Apr 072018
 

Zivilgesellschaftliches Engagement, wenn es nicht auf der Agenda von Politik und Verwaltung steht, hat es ja bekanntlich schwer in Charlottenburg-Wilmersdorf, angemessen in den Medien dargestellt zu werden.  So auch geschehen bei dem Beitrag des RBB Kulturradio am 4.4. Gerade mal 5 Minuten hatte die Redakteurin für die BI Schoeler-Schlösschen bei einer Sendung von 25 Minuten übrig. Schwerpunkt war die Geschichte des Gebäudes und seines Zustands,  die Fragen des Denkmalschutzes und natürlich die Finanzierung.

Über Sachfragen wurde umfangreich informiert, nicht jedoch über die Zukunft von Kulturpolitik im Bezirk. Nicht über die gesellschaftliche  Aufgabe, die in dieser Zeit von selbstverwalteten Kultureinrichtung geleistet wird. Warum ein selbstverwaltetes Kulturzentrum von der BI gefordert wird, und welches Entwicklungspotential unser Konzept hat für das gesellschaftliche Leben in Wilmersdorf, wurde erst gar nicht dargestellt.

Obwohl ein kulturpolitisches Thema, wurden Politiker*innen nicht gefragt, warum ein Interessenbekundungsverfahren durchgeführt werden soll, bei dem solvente Unternehmen, deren Konzepte den Bürger*innen vorenthalten werden, gegen die mittellose BI stehen, mit einem seit  über 2 Jahren öffentlich vorliegenden Konzept, wenn doch den Wähler*innen im der Zählgemeinschaftsvereinbarung versprochen wurde, das für das Schoeler-Schlösschen mit Beteiligung der Bürger*innen das Konzept (nur unser Konzept lag vor) weiter ausgearbeitet werden soll –  oder das Versprechen, dass sie für Char.-Wilm, ein „Leitbild (!) Kultur“ mit Beteiligung der Bürger*innen entwickeln  wollen.

Mit der Verwirklichung unseres  Konzeptes würde Wilmersdorf  eine kommunikativ/kulturelle Mitte in Wilmersdorf erhalten, das von über 2.500 Bürger*innen gewollt wird – eine Besonderheit in einem Berliner Bezirk. Die Erfahrung mit über 500  Kulturhäusern beweist, dass mit einem von den Zivilgesellschaft durchgesetzten, selbstverwalteten  Kulturzentrum  eine große Identifikation der Einwohner*innen mit ihrem Lebensumfeld entsteht – Kultur für alle – Kultur von allen. Ein  Ort für Pluralismus und Integration, ein Bollwerk gegen  eine ausgrenzende „Leitkultur“, gegen Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Hass. Eine Alternative zum städtischen Kulturangebot. Ein national und international vernetztes Haus, in dem die gemeinsamen Grundwerte einer demokratischen Gesellschaftsordnung verhandelt und gelebt werden.

Heinrich Schoeler pflegte ein geselliges Haus mit Blumengeschenken aus seinem großen Garten für die Gäste seiner gesellschaftlichen Schicht. Die BI wird diese Tradition wieder beleben, nur zeitgemäß – Eine Einladung an Bürger*innen aller Schichten nach dem Konzept des erweiterten Kulturbegriffs der Soziokultur. Aus dem wesentlich kleineren Garten werden den Nutzer*innen zwar keine Blumen mehr geschenkt, aber aus dem geplanten Nutzgarten – integraler Bestandteil des Gesamtkonzeptes – unbelastetete, regionale Gemüsespeisen im verzehrzwangfreien Café/Restaurant „Schoeler“ angeboten.

Kein kritisches Wort über das nichtöffentliche, intransparente Verfahren von Politik und Verwaltung, das keinem demokratischen Mindeststandard  genügt. Wenn es um eine Kultureinrichtung an diesem exponierten Standort  geht, müssen alle Fragen in einer entwickelten Demokratie dazu in partizipativen Formaten mit den Bürger*innen diskutiert werden. Kulturpolitik ist eben auch Demokratiepolitik. Da diese Fragen noch nicht mal im Ansatz erörtert wurden, kam der Bericht nicht über ein kulturpolitische entkerntes Feuilleton hinaus. Schade!

Rainer Wittek

Sprecher der BI

 Kommentieren

Sie können diese HTML-Phrasen und Attribute verwenden: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

(erforderlich)

(erforderlich)

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

%d Bloggern gefällt das:

Durch die weitere Nutzung dieser Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.
Weitere Informationen finden Sie hier...

Weitere Informationen zum Einsatz von Cookies auf unserer Webseite finden Sie in unserer  Datenschutzerklärung.

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surfergebnis zu ermöglichen. Wenn Sie diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwenden oder auf "Akzeptieren" klicken, erklären Sie sich damit einverstanden. Anderenfalls nehmen Sie bitte entsprechende Einstellungen zur Unterdrückung der Cookies an Ihrem Browser vor oder verlassen JETZT sofort diese Webseite.

Gemäß der EU-Richtlinie 2009/136/EG [die noch immer nicht in deutsches Recht überführt wurde] und der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVo) der EU (GDPR) sehen wir uns verpflichtet, Sie von der Benutzung von Cookies auf dieser Webseite zu informieren.

Betrachten Sie dies als Information gem. § 15 Abs. 3 Telemediengesetz (TMG). Wir werden Ihnen diese Information nach Ablauf von 6 Wochen [oder, falls Sie die Cookies auf Ihrem Computer gelöscht haben, bereits früher] erneut als Erinnerung präsentieren.

Bitte haben Sie Verständnis für diese Maßnahme.

Schließen