Apr 072017
 

In der jüngeren Vergangenheit hat es vermehrt Versuche politischer Gruppierungen gegeben, auf die Raumvergabe in stadtteilkulturellen Einrichtungen Hamburgs Einfluß zu nehmen. Aus diesem Anlass hat der Dachverband STADTKULTUR HAMBURG eine Stellungnahme zur Autonomie der Einrichtungen der Stadtteilkultur veröffentlicht.

„Stadtteilkulturzentren und Bürgerhäuser sind so bunt und vielfältig wie die Stadt und ihre Bewohner – sie orientieren sich an den Bedarfen im Stadtteil, bespielen, inszenieren und gestalten das Quartier und schaffen Nachbarschaft. Sie bieten kulturelle und gesellschaftliche Teilhabe für Menschen aller Altersgruppen, sozialer und kultureller Hintergründe. Sie ermöglichen durch Bildungsangebote eine gemeinsame und lebenslange Auseinandersetzung mit Kunst, Kultur und Gesellschaft. Die Beteiligung engagierter Menschen stärkt und bereichert die Kultur, den Stadtteil und die demokratische Gesellschaft. Die Einrichtungen der Stadtteilkultur schaffen Freiräume für Engagement und Auseinandersetzung.

Fabrik Hamburg – selbstverwaltet seit 1971

Alle diese Einrichtungen sind keine Betriebe der Stadt Hamburg. Sie werden getragen von gemeinnützig anerkannten Vereinen oder Stiftungen, deren Vorstände und Geschäftsführungen auf der Basis der jeweiligen Satzung handeln und nach den Zielsetzungen, die die Organisationen für sich festgelegt haben. Diese Ziele entsprechen den Vorgaben, die für die Stadtteilkulturzentren in der Globalrichtlinie Stadtteilkultur vorgegeben wurden und den Förderrichtlinien für die Bürgerhäuser. Ihre Befolgung ist Voraussetzung für den Erhalt einer institutionellen Förderung. In der Globalrichtlinie heißt es dazu: „Kulturpolitik unterstreicht dabei den Grundsatz organisatorischer Selbstständigkeit und Unabhängigkeit der (Stadtteil)Kultureinrichtungen und der (stadtteil)kulturellen Initiativen.“

Die Träger sind also eigenständig und unabhängig von der Höhe einer Förderung durch die Stadt Hamburg frei in ihren Entscheidungen, solange sie sich an die genannten Rahmenbedingungen halten. Dabei ist jede einzelne der Einrichtungen autonom und in ihrem sozialen Umfeld, ihrem Programm, ihren räumlichen Möglichkeiten, ihrer Struktur, ihrem Erscheinungsbild und ihren Nutzer* innen verschieden – entsprechend unterschiedlich sind die jeweiligen Herausforderungen, vor denen die Einrichtungen stehen und so flexibel müssen die Entscheidungen in den Organisationen getroffen werden.

Bürgerhaus Wilhelmsburg

Wir weisen daher jedes Ansinnen, den Bürgerhäusern und Stadtteilkulturzentren vorschreiben zu wollen, wem welche Räume zur Verfügung zu stellen sind, entschieden zurück. Aktuell steht das Bürgerhaus Wilhelmsburg im Zentrum entsprechender Forderungen, andere Einrichtungen sind oder waren ebenfalls betroffen. Jeder solche Versuch, von welcher Seite auch immer, ist als Eingriff in die Autonomie einer unabhängigen Einrichtung zu sehen. Die Einrichtungen haben die Alleinverantwortung für ihre inhaltliche Ausrichtung und handeln im Einklang mit den Regelwerken, denen sie im Rahmen der Förderung unterliegen. Ein Durchgriffsrecht auf Räume, Programme oder inhaltliche Fragen der Stadtteilkulturzentren und Bürgerhäuser kann es weder von einer politischen, religiösen oder gesellschaftlichen Gruppierung noch durch eine staatliche Einrichtung geben.“

Hamburg, 1. Februar 2017 – Stadtkultur Hamburg e.V. – Dachverband für lokale Kultur und kulturelle Bildung

 

 Kommentieren

Sie können diese HTML-Phrasen und Attribute verwenden: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

(erforderlich)

(erforderlich)

%d Bloggern gefällt das:

Durch die weitere Nutzung dieser Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.
Weitere Informationen finden Sie hier...

Gemäß der EU-Richtlinie 2009/136/EG - die noch immer nicht in deutsches Recht übertragen wurde - sehen wir uns verpflichtet, Sie von der Benutzung von Cookies auf dieser Webseite zu informieren.

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surfergebnis zu ermöglichen. Wenn Sie diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwenden oder auf "Akzeptieren" klicken, erklären Sie sich damit einverstanden.

Betrachten Sie dies als Information gem. § 15 Abs. 3 Telemediengesetz (TMG). Wir werden Ihnen diese Information nach Ablauf von 6 Wochen [oder falls Sie die Cookies auf Ihrem Computer gelöscht haben] erneut als Erinnerung präsentieren.

Bitte haben Sie Verständnis für diese Maßnahme.

Weitere Informationen finden Sie in unserem Impressum.

Schließen