Donnerstag

 
Ein Donnerstag im selbstverwalteten Soziokulturellen Zentrum Schoeler-Schlösschen

Wie jeden Donnerstag, ist wieder das selbst organisierte Erwerbslosenfrühstück, für 1,50 Euro, einschließlich Informationen zu Hartz-IV-Maßnahmen. Das ,,Schoeler“ stellt gegen ein geringe Nutzungsgebühr die Einrichtung zur Verfügung, die Durchführung erfolgt durch die Selbstorganisation der Erwerbslosen. Das Erwerbslosenfrühstück wird immer beliebter. Angefangen hat es mit 9 Personen. Heute waren es bereits über 25, mit steigender Tendenz.

Unter der Leitung von Flo ist heute Lebensmittelpflege. So nennt sie die gemeinsame Gartenarbeit von Jungen und Alten, die den Nutz-Nasch- und Seelengarten des ,,Schoeler“ betreuen. Die bunte Truppe plant, sich beim nächsten Wochenende ,,Tag der offenen Gärten“ zu bewerben.

Im EG Studio bietet die Wilmersdorfer Seniorenstiftung ein Vortrag an mit dem Titel – Selbstbestimmung im Alter -, mit anschließender Diskussion, Beginn 14:30h, Eintritt frei

Anschließend hat Flo eine Kaffeetafel mit Kuchen im ,,Schoeler“ vorbereitet, die auch von den Familien mit ihren Kindern im Umkreis gerne besucht wird.

Der Arbeitskreis MUW – mein urbanes Wilmersdorf – der Geschichtswerkstatt, informiert über Geschichte und Entwicklung von Wilmersdorf, heute: 1920 bis 1945 , mit Zeitzeugen und Lichtbildvortrag, OG Studio, OG, Beginn 18:00h, Eintritt 6 Euro.

Heute, am Welttag der Kulturellen Vielfalt, lädt die Bundesvereinigung Soziokultureller Zentren zu einer Podiumsdiskussion zu dem Thema ins Schoesch ein: Die Angst der Politik vor dem Kontrollverlust – selbstverwaltete Soziokultur. Zugesagt haben Kulturstaatsministerin Monika Grütters und die Kultursprecher der in der BVV vertretenen Parteien und eine Vertreterin von B90/die Grünen. Da mit vielen Besuchern gerechnet wird, wurde vom Veranstalter der größten Raum des Zentrums, der DG Saal, angemietet. Beginn 19:30h, Eintritt frei.

„Keiner hat Angst vor selbstverwalteter Soziokultur, deshalb wäre der Titel der Veranstaltung falsch“ äußerte sich Zitha Pöthe von B90/ die Grünen, “ sondern vor den Bürgerinitiativen, deren Expertisen und finanziellen Möglichkeiten fraglich seien“.

Dem konnte Christiane Timper (SPD) nicht zustimmen, denn ihr sei kein selbstverwaltetes Kulturzentrum in Deutschland bekannt, das wegen fehlender Expertisen aufgeben musste. Ihren Beitrag zur Finanzierung leisten die engagierten Bürger durch tausende ehrenamtlichen Stunden, die die Bürger für Infotische, Überzeugungsarbeit, Planung, Konzepte, Suche nach privaten Geldgebern und politische Durchsetzung investieren, dem die SPD eine hohe Wertschätzung entgegen bringt.

Marion-Halten Bartels (CDU) hat grundsätzlich keine Bedenken gegen selbstverwaltete Soziokulturelle Zentren, wenn sicher gestellt ist, dass auch Parteien in diesen Zentren tagen und Beratungsangebote des Bezirksamtes durchgeführt werden können. Eine ,,gewisse“ Kontrolle, dass sich nicht auch radikale Gruppen breitmachen, sollte schon möglich sein.

Marlene Cieschinger (Die Linke) fand, das es mehr selbstverwaltete Soziokulturelle Zentren mit einem alters- und schichtenübergreifenden Konzept geben müsse, die die Solidarität in der Gesellschaft fördern – und die ist in einer Demokratie immer nötig. Die Linken würden sich dafür einsetzen, dass im Haushalt Mittel für Soziokultur bereitstehen, wenn nötig zu Lasten der Hochkultur. Dem schloss sich der Vertreter der Piraten an, wenn auch ein öffentlicher WLAN-Hotspot eingerichtet wird.

Kulturstaatsministerin Grütters führte aus, Hochkultur und Soziokultur sind sich ergänzende Angebote, die nicht gegeneinander ausgespielt werden dürfen. Darüber hinaus verwies sie darauf, dass durch die Existenz soziokultureller Zentren die Stadtteile eine große Aufwertung erfahren und zur Urbanität des Standortes beitragen. Diesen Stadtentwicklungsaspekt sollte man nicht unterschätzen, zumal er auch mit geringen öffentlichen Geldern zu realisieren sei. 60 bis 70% der Kosten werden von den Zentren selbst erwirtschaftet, anders als bei den hochsubventionierten städtischen Kultureinrichtungen. Überraschend eindeutig war ihre Aussage zur Selbstverwaltung. Soziokulturellen Einrichtungen müssen eine Alternative zur staatlichen Hochkultur bleiben. Dafür ist die Selbstverwaltung unabdingbar!

Nach der Diskussion noch ein kurzer Besuch im ,,Schoeler“, dann war einer dieser typischen Donnerstage im selbstverwalteten Soziokulturellen Zentrum Schoeler-Schlösschen zu Ende.

Rainer Wittek

Die fiktive Geschichte wird mogen fortgesetzt

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