Dienstag

 
Ein Dienstag im selbstverwalteten Soziokulturellen Zentrum Schoeler-Schlösschen

Während Lena an diesem Morgen die Tür zum Schoesch aufschloss, kam auch schon Ari mit dem Fahrrad um die Ecke. Aribert, zuständig für EDV, Licht- und Ton, Geräte, Haustechnik, ein technisches Genie, ein Allesreparierer. Ari ist Elektroingenieur. Als seine Firma nach Rumänien ging, blieb er in Berlin und wurde mit 55 arbeitslos. Nach Jahren auf Hartz IV ist er jetzt die festangestellte technische Seele des Schoesch. Warum er denn jetzt komme, wollte Lena wissen, da sein Dienst doch erst am Nachmittag beginnt. Darauf murmelte er nur: ,,Boxen ausgefallen, müssen repariert werden“.

Auch Flo kam heute früher, da sich die Leute von den Gartenkolonien Oeynhausen und Bundesallee angesagt hatten, die ihr die Lieferung von überschüssigem Obst und Gemüse für ihre Speisekarte angeboten hatten. Nachher kommen dann noch Vertreter von Berliner Saft- und Biermanufakturen, um über einen Liefervertrag und Einbau einer neuen Zapfanlage zu verhandeln.

Als Jasmin als Büro- und Gruppenorganisatorin im Schoesch begann, stellte sie sich mit ,,Else Blume“ vor. Seitdem nennt man sie Jasmin. Sie ist für die Vergabe der Gruppenräume zuständig und ist Ansprechpartnerin für alle Fragen in Zusammenhang mit Bürgerinitiativen. Die große Nachfrage nach Raumnutzung im Schoesch wird von Jasmin mit großer Übersicht gemanagt. Dabei haben Bürgerinitiativen, die die Räume unentgeltlich nutzten können, absoluten Vorrang. Nach und nach haben auch NGOs und die in Wilmersdorf vertretenen Parteien erkannt, welch idealer Treffpunkt das Schoesch gegen ein angemessenes Entgelt ist – und, wenn gewünscht, sogar mit einem hauseigenen Cateringservice und anschließendem ,,Absacker“ im ,,Schoeler“.

Heute fragte Stefan Evers (MdA) an, ob noch ein Termin frei sei für eine Podiumsdiskussion zum Thema ,,Frühzeitige Bürgerbeteiligung als Motor für die Stadtentwicklung“. Da er mit ca. 100 Besuchern rechnet, konnte noch ein Termin im Tanz- und Bewegungsraum im DG vereinbart werden. Zusätzlich zu der Mietzahlung versprach er noch eine Spende der CDU, um anzuerkennen, dass das Schoesch den Bedeutungsverlust von Wilmersdorf stoppen konnte und er nun nicht mehr für Termine nach Charlottenburg ausweichen muss.

Dienstags ist wohl BI-Treff-Tag. Alle drei Gruppenräume sind den ganzen Tag von Bürgerinitiativen belegt: Essbare Stadt, Hilfe für Asylbewerber, interkultureller Freundeskreis am Nachmittag und abends die Initiative Stadt von unten und die Geschichtswerkstatt Wilmersdorf.
Gleichzeitig findet immer dienstags im Tanz- und Bewegungsraum in Zusammenarbeit mit „Raupe und Schmetterling“ ein Feldenkrais-Kurs statt, der regelmäßig von 15 Frauen besucht wird und für 11 Termine 110 Euro pro Person kostet.

Für alle Initiativler hatte Flo heute ein besonderes Angebot: eine leichte Gemüsesuppe nach einem böhmischen Rezept mit selbstgebackenem Kümmelbrot, gegen eine freiwillige Spende für das Zentrum.

Der Tag beschließt mit einem Konzert aus der Schoesch-Reihe ,,Starke Musik unverstärkt“ mit dem Songwriter Bob Lynch aus U.K., Eintritt 12 Euro. Vor seinem Auftritt wurde Bob von Jasmin am Nachmittag durchs Haus geführt. Er zeigte sich beeindruckt von den unterschiedlichen Aktivitäten. Nach diversen Zugaben, die 70 Besucher bei seinem Konzert abends erklatschten, und einem abschließenden Glas Wein der Konzertbesucher im,,Schoeler“ ging einer dieser soziokulturellen Tage im Schoesch zu Ende.

Bevor sie auseinandergingen, verabreden sich Flo und Ari noch für Morgen um 7.00 Uhr, dem ungeliebten Frühaufstehtag-Mittwoch. Denn es ist ,,Kids-breakfast“ für GrundschülerInnen bis zur 4. Klasse angesagt. In Zusammenarbeit mit einer Elterninitiative erhalten die Kids ein gesundes Frühstück mit einem Pausenbrot für den Tag.

Rainer Wittek

Die fiktive Geschichte wird mogen fortgesetzt

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