Jun 022015
 

Das Schoeler-Schlösschen
Nach Willen des Bezirksamtes von Charlottenburg-Wilmersdorf soll unter seiner Leitung eine Sozialeinrichtung mit Kulturbeiprogramm im Schoeler-Schlösschen entstehen. „Es soll eine mit Aufgabe des Rathauses Wilmersdorf entstandene Lücke schließen“!
Die Planung wurde unter Ausschluss der Bürger durchgeführt. Nach Abschluss der Raum- und Nutzungskonzepte – es liegen baureife Architektenpläne vor – wurde bei der Lottostiftung ein Antrag auf Gewährung einer Zuwendung für die Umbaukosten von ca. 3 Mio. gestellt.

Erst danach durften die Bürger auf den beiden Treffen „Informations- und Diskussionsveranstaltung“ am 26.11.2014 sowie der „Ideenwerkstatt“ am 04.05.2015 über die Zukunft des Schoeler-Schlösschens diskutieren und ihre Wünsche äußern!

Nach diesen beiden Alibiveranstaltungen hat sich unsere Bürgerinitiative gegründet.

Wir lehnen nicht nur das vorgelegte Raum- und Nutzungskonzept ab, sondern auch den undemokratischen Politikstil und verlangen Transparenz und „Augenhöhe“ von Politik und Bezirksamt gegenüber den Bürgern.

Bürgerinitiative
für ein selbstverwaltetes Soziokulturelles Zentrum für Wilmersdorf
mit unabhängiger Programmgestaltung und Leitung

Da auch der dritte Antrag auf Gewährung einer Zuwendung abgelehnt wurde, steigen die Chancen, ein selbstverwaltetes Soziokulturelles Zentrum zu gründen.

Wer daran mitarbeiten möchte:
Wir treffen uns jeweils am zweiten Dienstag im Monat um 19:00 Uhr
in der Wilhelmsaue 133 (SMI – Sozialmedizinisches Institut).


Soziokultur. In den 70/80 Jahren haben sich aus der Mitte der Zivilgesellschaft BIs gegründet, die  parteiferne, selbstverwaltete Soziokulturelle Zentren mit einer emanzipatorischen und partizipatorischen Programmausrichtung forderten. Sie bezogen sich auf die beiden Protagonisten Hermann Glaser (damaliger Kulturdezernent in Nürnberg) und Hilmar Hoffmann (damaliger Kulturdezernent in Frankfurt), die mit „Kultur für alle, Kultur von allen“ ein erweitertes Kulturverständnis vertraten. Heute gibt es ca. 500 selbstverwaltete Soziokulturelle Zentren, die jährlich von 27 Millionen Menschen besucht werden.

Soziokultur ist eine kulturelle Praxis mit starkem Gesellschaftsbezug (dem Sozium), die alle kulturellen, sozialen und politischen Interessen und Bedürfnisse einer gesell­schaftlichen Gruppe einschließt. Sie ist ausgerichtet auf eine enge Verknüpfung des Alltagslebens der Menschen mit Kunst und Kultur und bietet mehr als eine „reine“ elitäre Kunstförderung, sondern setzt auf die Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingun­gen der Menschen mit künstlerischen und kulturellen Mitteln. Ihr kultureller Wirkungsanspruch reicht folglich in viele Arbeitsbereiche hinein, die nicht im klassischen Sinn zum Kulturbereich gehören, wie Kinder- und Jugendarbeit, Bildung, Soziales, Stadtentwicklung und Umwelt.

Soziokultur umfasst auch weite Bereiche der kulturellen Bildung, insbesondere der kulturellen Kinder- und Jugendbildung, der Kulturpädagogik, der Frauenkultur, der Seniorenarbeit, der Nachbarschaftshilfe etc., die ihren Platz auch gerade in Soziokulturellen Zentren haben. Soziokulturelle Aktivitäten sind vorrangig darauf ausgerichtet, die kreative Selbsttätigkeit möglichst vieler Menschen und breiter Bevölkerungsschichten (unabhängig von ihrer sozialen oder nationalen Herkunft) zu fördern (z.B. durch Bereitstellung von Infrastruktur, Förderung künstlerischer Fähigkeiten, Vermittlung von Kenntnissen, Präsentation von nicht Marktgängigem) und den Zugang zu Kunst und Kultur zu erleichtern (z.B. durch Wohnortnähe, niedrige Eintrittspreise und Abbau von Hemmschwellen). Diesen Zielen fühlen sich selbstverwaltete Soziokulturelle Zentren verpflichtet.

Soziokultur kurzgefasst:

  1. Soziokultur stellt Kultur und Gesellschaft in einen engen Zusammenhang.

  2. Soziokultur ist Kulturpraxis, die auf einen freien Zugang für eine breite NutzerInnenschicht angelegt ist.

  3. Soziokultur geht davon aus, dass jede(r) Kultur hat und diese aktiv mitgestalten kann.

  4. Soziokultur darf nicht auf Kunst eingeengt werden, sondern ist Medium zur Gestaltung einer demokratischen Gesellschaft und politischer Einflussnahme.

  5. Soziokultur ist keine Sozialarbeit, denn sie reduziert sich nicht auf Behebung gesellschaftlicher Defizite.

  6. Soziokultur ist Vielfalt aus Prinzip!

  2 Antworten zu “Bürgerinitiative Schoeler-Schlösschen hat sich gegründet”

  1. (fast)alle wollen mit den bürgern reden:

    die GRÜNEN vorneweg, Frau König hinterher..?

    http://gruene-cw.de/aktuelles/?no_cache=1&expand=570094&displayNon=1&cHash=1a1a46e49f6c48eda3267782dc451d85

  2. herzlich willkommen in der welt der bürgerinitiativen des bezirkes charlottenburg-wilmersdorf
    kritisch-offen-radikal möge die bi sich mit der mainstream politik der parteien und des ba sich auseinandersetzen
    vorschläge für eine „bessere welt“ unterbreiten und helfen diese umzusetzen

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