Mrz 082016
 

Die Bürgerbewegung  campact,  mit 1.773.510 Mitgliedern, hat auf ihrer Homepage 10 Dinge aufgeführt, die Sie über AfD wissen sollten und über ihre Meinung zu Kunst und Kultur.

Was sagt die AfD zu Kunst und Kultur?

“Museen, Orchester und Theater sind in der Pflicht, einen positiven Bezug zur eigenen Heimat zu fördern. Die Bühnen des Landes Sachsen-Anhalt sollen neben den großen klassischen internationalen Werken stets auch klassische deutsche Stücke spielen und sie so inszenieren, dass sie zur Identifikation mit unserem Land anregen.” (Wahlprogramm AfD Sachsen-Anhalt, S. 24)

Einordnung der Positionen: Im Grundgesetz ist verankert: “Kunst und Wissenschaft, Forschung und Lehre sind frei.” Die AfD nimmt es damit nicht so genau und will dem Kunst- und Kulturbetrieb vorschreiben, was ins Programm kommt. Die letzte Partei, die Theatern Inhalte vorschrieb, war die SED in der DDR. Die AfD nennt dieses Vorgehen “Identitätsstiftende Kulturpflege” – und begibt sich damit weit ins rechte Feld der identitären Bewegungen und rechtspopulistischen Parteien.

#Realitätscheck: Die AfD möchte Theatern, Museen und Orchestern vorschreiben was sie zu spielen haben. Ein direkter Eingriff in die Freiheit der Kunst.

In „Zielen der Arbeit“, das Grundsatzprogramm für ein selbstverwaltetes Soziokulturelles Schoeler-Schlösschen, steht unter 2.2. Gruppen, Initiativen und Projekte, u.a.:

Das Schoeler-Schlösschen ist parteipolitisch ungebunden, aber politisch nicht neutral. Damit die politischen Freiräume erhalten bleiben, werden an alle Parteien Räumlichkeiten zu gleichen transparenten Bedingungen vergeben. Parteien, deren politische Ziele den Zielen des Zentrums entgegen stehen, können keine Räume im Schoeler-Schlösschen mieten.

Der AfD würden im selbstverwalteten Soziokulturellen Schoeler-Schlösschen keine Räume vermietet werden.

Rainer Wittek

 

  6 Antworten zu “Kulturpflege der AfD ?”

  1. Für mich sind gerade die linken Ansätze in der BI Schölerschlösschen wichtig. Sie stehen insbesondere für ein solidarisches Zusammenleben und die Unterstützung der Schwächsten in der Gesellschaft.

    Es ist für mich eine Selbstverständlichkeit, dass eine offene Begegnungsstätte, noch dazu mit soziokulturellem Anspruch, nicht mit undemokratischen, rassistischen, sexistischen und ökologisch unverträglichen Organisationen und Firmen kooperiert oder ihnen eine Plattform bietet. Das schließt aber Auseinandersetzungen mit solchen Positionen nicht aus – im Gegenteil.

    Zum Thema 3. Reich in diesem Zusammenhang: unsäglich! Da muss man schon völlig Geschichtsvergessen sein oder die Verbrechen des Nationalsozialismus verharmlosen wollen.

  2. Ich war Mitbegründer der BI-SchöelerSchlösschen und habe nach Teilnahme von drei Sitzungen festgestellt das die BI mir zu linkslastig ist. Mit der letzten Veröffentlichung vom 08.03.2016 hat sich meine Wahrnehmung bestätigt. Dieser Beitrag ist in die gleiche Reihe zu stellen wie 33
    „ Kauft nicht bei Juden“ .
    Überall wo der AfD Räume mieten will werden die Vermieter von der „Antifa“ in ihrer Existenz bedroht und ihre Häuser beschmiert oder zerstört.

    • In beiden Kommentaren wird etwas zusammen gebracht, was überhaupt nicht zusammen gehört und das wird dann trotzdem unter dem Stichwort ‚Abgrenzung‘ oder ‚Ausgrenzung‘ in dasselbe Schubfach einsortiert.
      Im Fall ‚Kauft nicht bei Juden‘ handelt es sich um einen Aufruf und eine Ausgrenzung mit volksverhetzendem Sinn und mit rassistischem, antisemitischem Inhalt.
      Wenn die BI Räume nicht an AfD vermieten will, handelt es sich um eine Abgrenzung von Organisationen (!), die den Zielen der BI entgegen wirken.
      Organisationen haben es in der Hand, welche Ziele sie verfolgen und nach welchen Grundsätzen sie handeln. Da kann es zu Abgrenzung und Gegnerschaft kommen – ganz demokratisch.
      Für nationalistische, rassistische und antihumane Ziele und Grundsätze gibt es in unserer Gesellschaft keinen Raum und die AfD sollte sich daran orientieren.
      Beim derzeitigen Stand ihrer Programmatik und Politik weiß man das noch nicht so genau und punktuell wird diese Grenze von ihren Repräsentanten überschritten.

      • Worst Case: die AfD sitzt ab Herbst 2016 in der BVV Charlottenburg-Wilmersdorf.

        Glaubt wirklich Jemand, dann könnte das Wilmersdorfer Soziokulturelle Zentrum Schoeler-Schlösschen eine demokratisch in die BVV gewählte Partei aus einer dem Bezirk gehörenden Immobilie ausschließen? – Es sei denn, sämtlichen Parteien bleibt es verschlossen.

        Apropos: Es sollen gestern weitere Kommentare vorgelegen haben. Warum wurden diese bisher nicht freigeschaltet?

        Ohne Demokratie geht gar nichts, auch wenn Vielen – auch mir – diese Partei nicht gefällt.
        Insofern stimme ich natürlich den inhaltlichen Anmerkungen von E.D. zu.

      • Ach Eckhard Dietz – das war ja wohl ein Eigentor, die Bemerkung: ‚ganz demokratisch’. Sie verschweigen hier pragmatisch die Tatsache, dass schon heute die AfD ‚ganz demokratisch‘ in *alle* acht Landesparlamente eingezogen ist, in denen seit 2014 Wahlen stattfanden. Das ist die Hälfte aller deutschen Ländesparlamente. Im Herbst diesen Jahres werden sicher noch zwei – und auch der Deutsche Bundestag – dazu kommen.

        Wohl aus gleichen pragmatischen Gründen diskreditieren Sie die AfD zu „Organisationen (!)“. Das ist – wie sie hoffentlich selbst wissen – *falsch*. Die AfD ist eine beim Bundeswahlleiter registrierte und von Landeswahlleitern zugelassene Partei. Unterstellen Sie diesen Behörden tatsächlich, dass sie ‚nationalistische, rassistische und antihumane Ziele‘ verfolgende Parteien zu Wahlen in der Bundesrepublik Deutschland zulassen würden?

        Enthält vielleicht der von Ihnen selbst angeführte ‚volksverhetzende Sinn‘ in Anbetracht von über 20 % sachsen-anhaltinischer Wähler eine reflexive Betrachtungsweise?

        In seinem Kommentar wies ‚Willy‘ schon darauf hin, wie ‚linkslastig‘ diese BI ist. Dazu passt natürlich Ihr Kommentar als Vorstandsmitglied einer linken „Partei“ (die womöglich nicht mehr in der nächsten BVV von Charlottenburg-Wilmersdorf anzutreffen sein wird).

        Pauschale Ausgrenzungen von Anwohnern, wie sie hier von dieser BI bereits im Vorfeld stattfinden, konterkarrieren echte soziokulturelle Zielsetzungen und werfen vielleicht ein Schlaglicht auf die Gesinnung der Aktiven und Organisatoren.

        Wikipedia: „Unter Soziokultur versteht man die Summe aus allen kulturellen, sozialen und politischen Interessen und Bedürfnissen einer Gesellschaft“

        Des Weiteren kann ich mich den Hinweisen von ‚Joachim Neu‘ anschließen (von mir sind auch – sicher ‚ganz demokratisch’ hier die freie Meinungsäußerung (Artikel 5 GG) annihilierend – mehrere Kommentare noch nicht freigeschaltet worden).

        p.s.: Ich bin weder Mitglied noch Anhänger der AfD. Ich bin Verfechter der soziokulturellen Idee. Ich bin auch in einem Berliner Zentrum häufiger anzutreffen und bringe mich dort ein. Als Wilmerdorfer wünsche ich mir ein solches Soziokulturelles Zentrum auch in meinem Kiez und habe sogar schon einige Unterschriften auf Listen gesammelt daliegen.
        _Aber_ ich sehe hier an diesem Beispiel, dass das Konzept dieser Gruppe wohl in die falsche Richtung läuft: nicht integrieren, sondern ausgrenzen. Wer oder was ist wohl als Nächstes dran?

        Schade.

  3. Wenn sich ein Verein schon jetzt so voreingenommen verhält und nur ihm genehme
    Parteien oder Vereine Räume zur Verfügung stellen will, erinnert mich das sehr an das 3. Reich. Als u.a. Juden Zutritt zu kultureller Teilhabe in Deutschland verwehrt wurde!
    Soweit sind wir also wieder!
    Eine starke Demokratie hat auch eine vielleicht nicht jedem genehme aber rechtmäßige Partei / Verein zu tolerieren!
    Für mich hat sich meine Unterstützung für die Bürgerinitiative für das Schoelerschlößchen damit erledigt! An das Schüren von Hass, Hetze und Vorurteilen beteilige ich mich nicht!

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