Unser Konzept

 

Zum 16. November 2015 hatte die CDU-Fraktion der Bezirksverordnetenversammlung Charlottenburg-Wilmersdorf von Berlin (als dritte von vier Fraktionen) Vertreter der Bürgerinitiative »Schoeler-Schlösschen« zu einer Fraktionssitzung eingeladen und ihnen die Gelegenheit gegeben, ihre konzeptionellen Ideen und Vorstellungen zur weiteren Entwicklung und Nutzung des Schoeler-Schlösschens als Soziokulturelles Zentrum vorzutragen. Zu diesem Anlass stellte die Bürgerinitiative ein überarbeitetes Konzept der Raumplanung und Raumnutzung vor, das auf der Grundlage der erst am 04.11.2015 in einer Kulturausschussitzung der BVV erhaltenen  neuen Informationen erstellt werden konnte.

Wir stellen Ihnen hier den Beitrag der Bürgerinitiative auf dieser Veranstaltung zur Verfügung.

Vorstellung der Bürgerinitiative Schoeler-Schlösschen

Wir danken für Ihre Einladung und für die Gelegenheit, unser Projekt vorzustellen, in das wir in der kurzen Zeit schon mehr als 1.000 ehrenamtliche Stunden investiert haben.

Ich möchte Ihnen zunächst die anwesenden Gründer und Unterstützer vorstellen, die heute mitkommen konnten: Günter Hoerig, Michael Roeder, Joachim Neu und Detlef Petereit.
Mein Name ist Rainer Wittek – ich bin der Sprecher der Initiative.

Auf Betreiben von Annette Bräuer und mir wurde die BI am 02. Juni 2015 gegründet mit dem Ziel, im Schoeler-Schlösschen ein selbstverwaltetes Soziokulturelles Zentrum zu realisieren. Bisher haben wir vier Infostände durchgeführt und bereits über 300 Unterstützerunterschriften für unser Projekt erhalten.

Zunächst ein paar Bemerkungen zur Soziokultur und Selbstverwaltung

Soziokultur ist eine kulturelle Praxis mit starkem Gesellschaftsbezug (dem Sozium), die alle kulturellen, sozialen und politischen Interessen und Bedürfnisse einer gesellschaftlichen Gruppe einschließt. Sie ist ausgerichtet auf eine enge Verknüpfung des Alltagslebens der Menschen mit Kunst und Kultur und setzt auf die Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen der Menschen mit künstlerischen und kulturellen Mitteln.

Ihr kultureller Wirkungsanspruch reicht folglich in viele Arbeitsbereiche hinein, die nicht im klassischen Sinn zum Kulturbereich gehören, wie Kinder- und Jugendarbeit, Bildung, Soziales, Stadtentwicklung und Umwelt. Wir sprechen von einem erweiterten Kulturbegriff.
Soziokulturelle Zentren verstehen sich als zivilgesellschaftliche Alternative zu staatlich verwalteten Kultureinrichtungen. Ihre Selbstverwaltung gewährleistet die Unabhängigkeit von Einflussnahme wechselnder politischer Interessen.

Da sie Initiativen und Anwohnern in ihrem direkten Umfeld Mitwirkungs- und Kooperationsmöglichkeiten anbieten, genießen sie eine große Akzeptanz an ihren jeweiligen Standorten und Bezirken, da sie aktiv das nachbarschaftliche Zusammenleben fördern.

Heute gibt es über 500 davon. Sie haben die Kulturlandschaft in Deutschlands bunter und vielfältiger gemacht. Auch in Berlin. Die Ufa-Fabrik in Tempelhof, die Kulturfabrik Moabit oder der Pfefferberg sind dafür ein positives Beispiel, das wir auch in Wilmersdorf verwirklichen möchten.
Erlauben Sie mir einen aktuellen Bezug. Unsere Gesellschaft hat zukünftig schwierige Integrationsarbeit zu leisten. Soziokulturelle Zentren geben seit der Gründung der ersten Zentren vor ca. 40 Jahren – anderen Kulturen, Lebensweisen, MigrantInnen und AsylbewerberInnen ein Forum und bieten Interkulturelle Programme an.

Solche Veranstaltungen werden wir im Schoeler-Schlösschen vermehrt anbieten (müssen), denn Völkerverständigung ist integraler Bestandteil  Soziokultureller Arbeit. Ist tägliche Friedens- und Integrationsarbeit im besten Sinne.

Wenn Sie konkret wissen möchten, was wir unter einem Soziokulturelles Programm im Schoeler-Schlösschen verstehen, können sie eine fiktive Geschichte über 14 typische Tagesabläufen auf unserer Homepage nachlesen. www.SchoelerSchloesschen.de

Unser Konzept

Wir haben einen Architekten-Vorentwurf erstellt, der ein detailliertes Raumprogramm für den Innenumbau des Schoeler-Schlösschen beinhaltet und klare Vorstellungen von einer Programm- und Organisationsstruktur entwickelt.

überarbeiteter KonzeptentwurfUnser Projekt steht für einen sozialen und demokratischen Kulturbegriff, der sich auch in der Organisation wieder spiegeln wird.

Träger des Zentrum wäre ein gemeinnützige Verein, deren Vorstandsmitglieder als Gesellschafter einer gemeinnützigen GmbH fungieren. Die Aufgabe der gGmbH wäre die Geschäftsführung des Zentrums mit Programmplanung und Bewirtschaftung des Cafe/Restaurant.

Die gGmbH würde mit folgendem Vollzeitmitarbeiter/innen das Zentrum eröffnen:

 

 

  • ein/e Geschäftsführer/Programmplaner/in,
  • ein/e Programmplaner/in, Schwerpunkt Sonderveranstaltungen, Bürgerinitiativen, Raumvermietung
  • ein/e Koch / Köchin
  • ein/e Technischer Hausmeister/in
  • zwei Kellner/innen als Teilzeitkräfte

Erfahrungsgemäß werden viele Besucher die Möglichkeiten der ehrenamtlich Mitarbeit nutzten, z.B. bei der Veranstaltungsbetreuung, der Gastronomie oder der Gartenarbeit. Da das Gebäude barrierefrei geplant wird, können auch Menschen mit Handicap einer Vollzeit- und Teilzeitbeschäftigung nachgehen und die Möglichkeit der ehrenamtlichen Mitarbeit nutzen.

Verein und gGmbH werden die Mitsprache und Mitgestaltung von Mitgliedern, MitarbeiterInnen und NutzerInnen am Entwicklungsprozess des Zentrum ermöglichen.

Aus Zeitgründen haben wir unser Gastronomie-Konzept auf einem gesonderten Blatt erläutert, dass zu Ihrer Verfügung hier ausliegt.

Viele selbstverwaltete Zentren in Deutschland werden so betrieben und erwirtschaften durch die Gastronomie, Eintrittsgelder und Raumvermietung bis zu 50 % Ihrer Betriebskosten selbst.

Ein klar definierter Nutzungsvertrag würde den Bezirk absichern, dass über den jährlichen Betriebskostenzuschuss hinaus keine weiteren, z.B. Personalkosten den Bezirkshaushalt belastet.

Aber unser Konzept hat auch eine stadtentwicklungspolitische Dimension:

Abkehr von der autozentrierten Stadt mit Umbau der Bundesallee zum Boulevard, Zusammenfügung der Volksparks, Wiederherstellung des Bundesplatzes – Ziele der Initiative Bundesplatz – mit der Auenkirche, dem Bockelmann-Haus, der Gartenkolonie, der Sportanlage des 1.FC Wilmersdorf und einem selbstverwalteten Soziokulturellen Zentrum Schoeler-Schlösschen als kommunikativ/kultureller Mittelpunkt, könnte ein Stadtraum entwickelt werden für ein neues, persönlicheres Zusammenleben im Bezirk und die ökologische und soziale Stadtentwicklung beschleunigen.

Finanzierungsmöglichkeiten Bau

Die BI wird Verhandlungen mit privaten und öffentlichen Geldgebern aufnehmen mit dem Ziel einer Finanzierungszusage für den Umbau. Dafür benötigen wir jedoch die Unterstützung von Politik und Verwaltung des Bezirks, also insbesondere auch von Ihnen.

Wir werden Kontakt aufnehmen mit

  • Stiftungen wie Wüstenrot, Montagstiftung u.a.
  • Bundesstiftung Soziale Stadt – Soll privates Engagement im Stadtteil und im Quartier anstoßen und unterstützten (Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB)
  • Lottostiftung
  • Crowdfunding

Eine Finanzierung wäre auch über die EU möglich
=> Mittel des Strukturfonds EFRE und ESF stehen bereit. Sie werden nicht abgerufen, da es an der Kofinanzierung aus dem Berliner Landeshaushalt scheitert.

Vorstellung der Vorentwürfe

Die vom Bezirksamt erbetenen Unterlagen der  Denkmalschutzauflagen, der statischen Berechnungen und der  Bestandspläne haben wir bis heute nicht erhalten. Auch eine Besichtigung der Innenräume wurde uns verwehrt.  Da uns die Stiftung Denkmalschutz  freundlicherweise  Pläne überlassen hat, konnten wir den ersten Vorentwurf  zeichnen   – selbst für einen Vorentwurf mit zu vielen Annahmen.

Als gestalterisches Prinzip für den Innenumbau galt, den ursprünglichen Charakters der barocken Räume zu erhalten, soweit es das Nutzungskonzept zulässt und die historischen Vorgaben mit moderner Innenraumgestaltung zu verbinden (Beispiel Reichstag, Norman Forster).

Auf der Grundlage der erst vor wenigen Tagen in der Sitzung des Kultursausschusses am 04. November d.J. erhaltenen neuen Informationen wurde eine Alternative zum ersten Architekten-Vorentwurf nebst Raumnutzung präsentiert.
Der Vortrag wurde mit einem Appell an die Fraktion der CDU abgeschlossen:

Als Sprecher der BI Schoesch bitte ich Sie, die Realisierung eines Soziokulturellen Kommunikationszentrums in Selbstverwaltung zuzustimmen, helfen Sie uns den Bedeutungsverlust von Wilmersdorf –  den Stefan Evers zu Recht seit Längerem beklagt – ein Ende zu bereiten.

Unterstützen Sie so die demokratische Transformation des Schoeler-Schlösschens
      Vom Sommersitz Berliner Großbürger der Kaiserzeit
      zum selbstverwalteten All – Jahreszeiten Haus
der demokratischen Zivilgesellschaft.

Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit

Berlin, 16.11.2015
Rainer Wittek

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