Jan 152016
 

Soziokultur ist eine kulturelle Praxis mit starkem Gesellschaftsbezug (dem Sozium), die alle kulturellen, sozialen und politischen Interessen und Bedürfnisse der Menschen einschließt. Sie ist ausgerichtet auf eine enge Verknüpfung des Alltagslebens der Menschen mit Kunst und Kultur. Sie ist Medium zur Gestaltung einer demokratischen Gesellschaft und politischer Einflussnahme.

Der alters- und schichtenübergreifende Ansatz orientiert sich an Werten wie friedliches Zusammenleben, soziale Gerechtigkeit, Antirassismus, Antifaschismus, Emanzipation und Partizipation. Diesen Werten sind ca. 500 selbstverwalteten Einrichtungen in Deutschland verpflichtet. Sie haben die Kulturlandschaft nachhaltig vielfältiger und bunter gemacht.

Ihr kultureller Wirkungsanspruch reicht folglich in viele Arbeitsbereiche hinein, die nicht im klassischen Sinn zum Kulturbereich gehören, wie Kinder- und Jugendarbeit, Bildung, Soziales, Stadtentwicklung und Umwelt. Wir sprechen von einem erweiterten Kulturbegriff.

Seit Gründung der ersten selbstverwalteten Soziokulturellen Zentren vor 40 Jahren sind interkulturelle Programme zu Flucht und Vertreibung integraler Bestandteil, die zukünftig verstärkt angeboten werden (müssen). Sie sind tägliche Friedens- und Integrationsarbeit im besten Sinne.

Da sie Initiativen und Anwohnern in ihrem direkten Umfeld Raum, Mitwirkungs- und Kooperationsmöglichkeiten anbieten, genießen sie eine große Akzeptanz an ihren jeweiligen Standorten und Bezirken, da sie aktiv das nachbarschaftliche Zusammenleben fördern.

Als Teil der freien Kulturszene sind Soziokulturelle Zentren Orte der Begegnung und der Kommunikation.
Sie sind erfolgreiche Projekte der Zivilgesellschaft und wurden/werden von BI politisch durchgesetzt.
Mit ihrer Selbstverwaltung sind sie inhaltlich und organisatorisch eine Alternative zu staatlich verwalteten Kulturinstitutionen.

Es geht also um die kulturelle Eigenbestimmung in selbstverwalteten Räumen.

Wenn es der politische Wille ist, Selbstverwaltung von vorneherein auszuschließen, wird dem Souverän die politische Einflussnahme entzogenen und es fehlt die existenzielle Grundlage für ein Soziokulturelles Kommunikationszentrum.

Rainer Wittek
Teil eines Vortrages der BI auf
der Veranstaltung am 10.01.2016
bei der Grünen Bezirksgruppe MOMO

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