Das Schoelerschlößchen – Teil 3

 

Und wie ist das mit den Kosten für den Innenausbau?

Die Stiftung Denkmalschutz war an den Kosten des Umbaus gescheitert. Bis zum Richtfest am 29.1.2010 waren für die Beseitigung des zweiten OG, den Einbau eines neuen Dachstuhls und die Fassadensanierung von den insgesamt veranschlagten 1,3 Mio. Eu Baukosten 800.000 Eu ausgegeben worden. Für den Innenausbau fehlte es an Geld in Höhe der restlichen 500.000 Eu – und das war das Ende für die Stiftung.

Man fragt sich unwillkürlich: Hatten die denn ohne gesicherte Finanzierung mit dem Bauen angefangen? Die Antwort ist: Ja, das hatten sie, und zwar auf der Grundlage des Geschäftsmodells „Sanierung von Baudenkmälern gegen Verhüllung und Werbung“. Zum Eklat kam es jedoch im September 2009, als im Rahmen der Sanierung des Charlottenburger Tors dort ein 1660 m² großes Bundestags-Wahlplakat der CDU aufgehängt wurde – der damalige Generalsekretär Profalla frohlockte bei der Gelegenheit, es sei das „größte Wahlplakat Deutschlands“. Da fiel dem damaligen SPD-Links-Senat plötzlich der Wildwuchs‘ von Megapostern höchst unangenehm auf, und er ließ flugs die Bauordnung ändern. Damit floß aber kein Werbegeld mehr an die Stiftung, weder vom Charlottenburger Tor noch von der jetzt nicht mehr möglichen Außenwerbung am Schoelerschlößchen – und es war Schluß mit dem Nießbrauch. (Die 100.000-Euro-Spende von Evonik Industries aus Essen, ex-Ruhrkohle AG, vom Januar 2011 half da auch nicht mehr.)

Das Bezirksamt hatte bei der Lottostiftung für den Innenausbau um Beträge von der 6facher Größe nachgesucht: Beim ursprünglichen. Antrag waren es 2,989 Mio. Eu und beim dritten Antrag 2,669 Mio. Eu. Die Reduzierung gegenüber dem ursprünglichen Antrag wurde in der Anlage zum Antrag (S. 2) so begründet: „Zurückstellung des Dachgeschossausbaus. Der Ausbau des Daches [180 m²] soll in einem zweiten Schritt erfolgen. Zum anderen wird der Standard bei der Bearbeitung der Wand- und Deckenflächen reduziert.“ Wenn man noch zusätzlich bedenkt, daß das Konzept des Bezirksamtes, im Gegensatz zu dem der Stiftung Denkmalschutz, keine kostenintensive Ausstellungs- und Sicherheitstechnik vorgesehen haben kann, fragt man sich als Bürger und Steuerzahler: Wie kann der Innenausbau durch das Bezirksamt sechsmal soviel kosten wie er aus Sicht der Stiftung gekostet hätte? Was genau sollte eigentlich gemacht werden? Vom Bezirksamt konnte man bisher keine Antwort erhalten, denn die Übersicht über diese Kosten darf nur vertraulich eingesehen werden. Wer wird hier vom Bezirksamt vor der Öffentlichkeit geschützt?

M. Roeder

  Eine Antwort zu “Das Schoelerschlößchen – Teil 3”

  1. Wer wird hier vom Bezirksamt vor der Öffentlichkeit geschützt?

    ..und wer schützt die Bürger/innen vor dem Ausverkauf des öffentlichen Eigentums?

    Das jüngste Beispiel der Aufgabe der Kleingartenkolonie Oeynhausen durch die Bezirkspolitik,der Umwandlung städtischen Grüns in Baumassen durch einen stadtbekannten „Immobilienhai“,der spekulativen Anreicherung von Millionen durch sogenannte Investoren, zeigt die Gefahr für das Schoelerschlösschen auf, sollte eine Instandsetzung nicht gelingen.

    Tagesspiegel vom 13.11.2015
    Der „Liegenschaftsfond“ des Land Berlin wartet nur darauf, ein weiteres Haus „wertsteigernd“ zu vermarkten.

    Entsprechende Szenarien sind vorstellbar. Das „Schloß Wilmersdorf“ als kleines Pendant zum „Schloß Charlottenburg“ aufzubauen, könnte die verlockende Perspektive für die Entwicklung einer „Unternehmens-Residenz“ bieten. Die Auseinandersetzung um das „Magnus Haus“ lässt grüßen. (Magnus-Haus auf Wikipedia).

    Der Tagesspiegel am 23.10.2015 über das Magnus-Haus.

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