Aug 302015
 

Die Sonne scheint, es ist warm, ein wunderschöner Sommertag beginnt. Zu dem Fairtrade-Frühstück werden heute im Vorgarten auch Worte serviert. Eine Schauspielerin des „Berliner Ensembles“ liest aus dem Buch von Erich Kästner, Fabian – Geschichte eines Moralisten, Ort der Handlung ist das Berliner „Milljöh“ Ende der zwanziger Jahre. Darüber hinaus möchte sie das Publikum einbeziehen, und ausgesuchte Gedichte von Erich Kästner spontan von Gästen vortragen lassen, wenn sie möchten. Vorgartenlesung 11:30h bis 13:00h

Gestern wurden von der Schreinerei Schmitz-Lökes die zugesagten Gartentische- und -stühle für den Vorgarten geliefert und das zusammengesuchte Plastic-Mobilar vom Sperrmüll zum Wertstoffhof gebracht.

Schmitz-Lökes erhielt seiner Zeit den Zuschlag für die Schreinerarbeiten im Schoesch, da sie der einzige Anbieter waren, der alle Kriterien der Ausschreibung erfüllte: Verarbeitung von einheimischen Hölzern mit FSC-Siegel – keine umweltschädigenden Holzbehandlungen – keine Subunternehmer – keine Illegalen Arbeitskräfte, tarifliche Gehaltszahlungen. Die Geschäftsleitung war damals beeindruckt von dem Vergabeverfahren, das konsequent auch bei anderen Gewerken angewandt wurde. Deshalb boten sie an, die Gartenmöbel gegen eine steuerlich abzugsfähige Spendenquittung zu liefern, die Lena im Namen der gemeinnützigen GmbH umgehend ausstellte.

Lag es nun an den schönen Möbeln, dem sommerlichen Morgen, dem reichhaltigen Frühstück – es war ein sehr kommunikativer Vormittag. Viele Gäste haben die ausgesuchten Gedichte von Kästner vorgetragen. Als Zugabe sozusagen trugen einige ihre Lieblingsgedichte vor, die sie noch aus ihrer Schulzeit in Erinnerung hatten

Ari und seine Crew räumten die mobilen Bühnenelemente aus den Abstellräumen und bauten einen Laufsteg auf. Heute gibt es im DG-Saal eine Modenschau der besonderen Art. Mode aus Müll, genannt Upcycling. Die ModemacherInnen wollen die Wegwerfmentalität in der Mode durchbrechen, um so Ressourcen und Umwelt zu schonen. Denn jährlich werden über 100.000 Tonnen Textil- und Bekleidungsabfall von deutschen Haushalten weggeworfen!

Obwohl der Eintritt 18 Euro kostete, war der Saal mit Beginn der Modenschau um 17:00h bereits überfüllt, sodass kein Einlass mehr möglich war.

Kaffeesäcke aus stabiler Jute, werden zu Abfall, wenn sie ihren Zweck erfüllt haben. Berliner DesignerInnen nähen daraus Schiebermützen, Basecaps und klassische Hüte, die mit Stoffen gepolstert werden, die bei der Modeindustrie als Reste anfallen. Oder Zwiebel- und Kartoffelnetze, aus denen schicke Überziehshirts entstehen, oder die phantasievollen Kleider und Blusen aus alten Gardinen.

Das überwiegend junge Publikum war begeistert, wie aus dem Abfall, den ausrangierten Jacken, T-shirts oder Hemden Mode entsteht, die nach Avantgarde aussieht und nicht nach Altkleidersammlung.

Als alle Modelle abschließen auf dem Laufsteg standen gab es „Standing Ovations“ für so viel Phantasie und Umweltbewusstsein der ModemacherInnen. Noch ein wenig Smalltalk im Foyer und ein abschließendes Kaltgetränk an der mobilen Bar, dann leerte sich das DG von Akteuren und Besuchern und Ari konnte mit dem Umbau für die nächste Veranstaltung im Saal beginnen.

In Rahmen des italienisch-deutschen Kulturaustausches wird ein Theaterstück von Dario Fo, dem Literaturpreisträger von 1997, aufgeführt: Bezahlt wird nicht. EG Studio, 20:00h, Eintritt 18 €, ermäßigt 15 Euro.

Dario Fo hat wohl immer noch viele Fans, denn es kamen 135 Besucher, also eine fast ausverkaufte Vorstellung.

Wieder ging so ein typischer solziokultureller Tag im selbstverwalteten Schoesch zu Ende. Ari, heute der letzte, verschloss das Zentrum. Morgen ist Teamtag und diesmal ist der Vereinsvorstand dabei.

Rainer Wittek

Die fiktive Geschichte wird morgen fortgesetzt

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