Mrz 072017
 

Ein selbstverwaltetes soziokulturelles Zentrum für Wilmersdorf im Schoeler-Schlösschen 

Präambel                                                                                                                                                                                        Anfang der 70er Jahre gründeten sich überall im Lande Bürgerinitiativen, die dafür eintraten, dass die Beschäftigung mit kulturellen Werten nicht mehr an bestimmte gesellschaftliche Schichten geknüpft sein darf. Durch Einschluss der Vielfalt ethnischer Kulturen, ebenso das Neben- und Miteinander aller Genres und Disziplinen, entwickelte sich ein Kulturverständnis, das breiten Bevölkerungsschichten die aktive Teilhabe am kulturellen und politischen Leben ermöglichte. Durch die anfangs ablehnende Haltung von Politik und Verwaltung gegenüber dieser Bürgerbewegung, entschlossen sich einige Initiativen leerstehende Gebäude zu besetzen, um selbstbestimmt ihre Vorstellung von Kultur zu realisieren. (u.a.Pavillon Hannover, Alte Feuerwache Köln, ufaFabrik Berlin).

Mit den Kulturdezernenten Hilmar Hoffmann (Frankfurt a/M) und Hermann Glaser (Nürnberg) wurde 1976 die Kulturpolitische Gesellschaft (KuPoGe) gegründet, die die Forderungen dieser zivilgesellschaftlichen Bewegung aufnahm und einen erweiterten Kulturbegriff propagierten. Mit dem Slogan „Kultur für alle“ begründeten sie mit dem Begriff  –Soziokultur-  eine „Neue Kulturpolitik“. Als Gegenentwurf zu der konsum- und unterhaltungsorientierten Hochkultur, die für eine kleine Elite mit unpolitischem Kulturverständnis bereitgestellt wurde und 99,5% der Kommunalen Kulturhaushalte verschlang.

In den meist sozialdemokratisch geführten Ländern wurden Haushaltsmittel für Bau und Betrieb selbstverwalteter soziokultureller Zentren bereitgestellt. Zwischen den zivilgesellschaftlichen Initiativen und der Politik entstand zum ersten mal eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe bei Planung und Realisierung der Zentren. Die Hausbesetzungen wurden legalisiert und die Gebäude zu soziokulturellen Zentren ausgebaut und somit den Verwertungsinteressen der Immobilienwirtschaft entzogen, zu Gunsten einer kulturellen Stadtentwicklung.

Heute bestehen über 500 dieser Zentren in Deutschland, die jährlich von 14 Mio. Menschen besucht werden. 3 Mio. Gäste zählt die Gastronomie. 48% des Finanzbedarfs erwirtschaften sie selbst. Sie sind Mitglied der Bundesvereinigung soziokultureller Zentren und somit eingebunden in ein nationales und internationales Netzwerk, das Beratung, Fortbildung, Austausch, Unterstützung  und Zugang zu einer Vielzahl von Instituts- und Projektförderungen gewährleistet.

Selbstverwaltete soziokulturelle Zentren haben sich als Alternative und unverzichtbare Ergänzung der kulturellen Angebote traditioneller Kulturinstitutionen entwickelt.

1.00 Begriff Soziokultur

Unter Soziokultur versteht man die Summe aller kulturellen, sozialen und politischen Interessen und Bedürfnisse einer gesellschaftlichen Gruppe. Der Begriff Soziokultur beschreibt aber auch eine kulturelle Praxis mit starkem Gesellschaftsbezug, die sich auf sehr unterschiedliche Weise realisieren kann, immer entlang der aktuellen lokalen Bedürfnisse des Alltagsleben der Menschen mit Kunst und Kultur und bietet mehr als eine „reine“ elitäre Kunstförderung. Ihr kultureller Wirkungsanspruch reicht folglich in viele Arbeitsbereiche hinein, die nicht im klassischen Sinn zum Kulturbereich gehören, wie Kinder- und Jugendarbeit, Bildung, Soziales, Stadtentwicklung und Umwelt.

Kurz gefasst:

  1. Soziokultur stellt Kultur und Gesellschaft in einen engen Zusammenhang.
  2. Soziokultur ist Kulturpraxis, die auf einen freien Zugang für eine breite Nutzer*innenschicht angelegt ist.
  3. Soziokultur geht davon aus, dass jede(r) Kultur hat und diese aktiv mit gestalten kann.
  4. Soziokultur darf nicht auf Kunst eingeengt werden, sondern ist Medium zur Gestaltung einer demokratischen Gesellschaft und politischer Einflussnahme.
  5. Soziokultur ist keine Sozialarbeit, denn sie reduziert sich nicht auf Behebung gesellschaftlicher Defizite
  6. Soziokultur ist Vielfalt aus Prinzip!

2.00 Steigende Nachfrage

Die Bedeutung der soziokulturellen Zentren in den Kommunen nimmt zu. Das zeigt die steigende Nachfrage besonders nach den Angeboten, die dem programmatischen Kern der Soziokultur am stärksten entsprechen. Ihre Charakteristika sind: Wohnortnähe, niedrigschwelliger Zugang, Kontinuität, Flexibilität, Innovationskraft, soziale Verantwortung, Vielfalt und hohes ehrenamtliches Engagement. Sie haben sich als wichtige Infrastruktur zivilgesellschaftlichen Engagements entwickelt.

Erhöhte institutionelle und Projektförderungen geben zu erkennen, dass die Leistungen der selbstverwalteten soziokulturellen Zentren im Verlauf der Jahre auf den politischen Ebenen ebenfalls stärker wahrgenommen werde

 

3.00 Ziele der  Arbeit im Schoeler-Schlösschen (folgend Schoesch genannt) 

3.01 Inhalte und Ziele

„Kultur für alle“ ist seit den 70er Jahren Motto des kulturpolitischen Konzeptes für etwas Neues, für einen Aufbruch aus verkrusteten elitären Strukturen, der sogenannten Hochkultur. Es hat sich ein neues Kulturverständnis entwickelt, dass gesellschaftliche Verhältnisse und Konflikte nicht ausklammert, sondern zu einem selbstverständlichen Teil des künstlerischen Schaffens und dessen Präsentation macht. Ziel war und ist die kulturelle Eigenbestimmung an selbstverwalteten Orten.

Friedliches Zusammenleben, soziale Gerechtigkeit, Antirassismus und Antifaschismus, Emanzipation und Partizipation sind Werte, an denen sich die Kulturarbeit im Schoesch orientiert. Soziokultur macht Mut, sie wendet sich gegen Anonymität, Isolation, Fremdbestimmung und Sprachlosigkeit. Sie regt an, gesellschaftliche Themen zu hinterfragen und an Entscheidungsprozessen teilzuhaben. Sie schafft Raum für ästhetische Auseinandersetzungen, die nicht abgehoben sind von der Alltagsrealität. Sie vergrößert den Kreis der Kennerinnen und Kenner und ermöglicht kulturelle Teilhabe.

Schoesch steht für die Möglichkeiten dieser Teilhabe, für ein genreübergreifendes Angebot mit emanzipatorischen und fortschrittlichen Inhalten, ist Ort für Anregung, Auseinandersetzung und künstlerischen Genuss – offen für alle sozialen Schichten und Gruppen, Frauen und Männer gleichermaßen, unterschiedliche Altersgruppen, Menschen aller Nationalitäten. Schoesch macht keine Sozialarbeit, aber setzt sich mit sozialen Fragen auseinander.

Als nicht gewinnorientierte Organisation mit demokratischen Strukturen erhält sich Schoesch die größtmögliche Unabhängigkeit und sichert so die notwendigen Freiräume, die kulturelles, künstlerisches, soziales und politisches Leben und Handeln möglich machen.

Schoesch versteht sich als Teil der freien Kulturszene und der Berliner Kulturlandschaft. Zur Erfüllung seiner Aufgaben und Ziele werden öffentliche Mittel beansprucht. Die Kulturfinanzierung ist, wie bei Bildung, Sozialem und Verkehr, selbstverständliche Aufgabe des Staates  und eine Investition in die Zukunft von Wilmersdorf.

3.02 Programm

Die Angebotsstruktur umfasst die Sparten „Politik und Gesellschaft“, „Wort und Bühne“, „aktuelle Musik“, „Party und Treffpunkt“ und Geschichte von Wilmersdorf. Sie stellt das Grundgerüst des Programms dar, bleibt aber gleichzeitig offen für neue Ansätze und Veranstaltungsformen, wie z.B. „Poetry-Slam“, der von der Unesco in die Liste der immateriellen Kulturerben aufgenommen wurde. Diese Form des Dichterwettstreits wurde in Deutschland in den selbstverwalteten Zentren gefördert und gepflegt. Der erste Poetry-Slam fand 1997 im Zakk in Düsseldorf statt.

Veranstaltungen zu Politik, Stadtplanung, zu Wahlen, sozialen Themen und Sexualität gehören genauso dazu wie engagiertes Kabarett, freies Theater, Musik, Literatur und Bewegung. Neben den klassischen Veranstaltungsformen werden vom Schoesch auf das jeweilige Thema zugeschnittene Mischformen der kulturellen Vermittlung entwickelt, die den soziokulturellen Anspruch besonders deutlich machen. Durch diese Veranstaltungen wird die Kommunikation zwischen Künstleri*nnen und Zuschauer*innen gefördert.

Unsere Gesellschaft hat zukünftig schwierige Integrationsarbeit zu leisten. Soziokulturelle Zentren geben seit ihrer Gründung vor über 40 Jahren anderen Kulturen, Lebensweisen, Migrant*innen und Asylbewerber*innen ein Forum. Programme zu Flucht und Vertreibung wird das Schoesch vermehrt anbieten (müssen), denn Völkerverständigung ist integraler Bestandteil soziokultureller Arbeit. Ist tägliche Friedens- und Integrationsarbeit im besten Sinne.

Nach dem Grundverständnis und den Zielen werden möglichst viele künstlerische Ausdrucksformen gefördert. Also auch jene, die wenig Umsatz einbringen. Um diese dennoch möglichst umfangreich im Angebot vertreten zu haben, werden zielgerichtet auch solche Veranstaltungen ins Programm genommen, die durch ihre bekannte Umsatzstärke Defizite anderer Veranstaltungen ausgleichen können. Da Schoesch schichten- generationen- und nationalitätenübergreifende Kultur für Alle macht, werden die Preise so gestaltet, dass auch Menschen mit wenig Geld Angebote des Zentrums wahrnehmen können.

Der Kooperations- und Vernetzungsgedanke ist ein wesentlicher Bestandteil der Angebotsplanung. Neben der Zusammenarbeit mit anderen Kommunikationszentren wird die Zusammenarbeit mit Initiativen, Institutionen, Schulen, Vereinen, Kirchengemeinden, gerade auch aus dem Umfeld gesucht und gepflegt.

3.03 Gruppen, Initiativen, Projekte

Die Unterstützung von Gruppen, Initiativen und Projekten sind neben dem Programmangebot ein  wesentlicher Bestandteil der Arbeit. Dafür wird Infrastruktur und Know-How zur Verfügung gestellt. Nichtkommerzielle Initiativen und Gruppen, die Schoesch konforme Ziele haben, können unentgeltlich Räume nutzen, wobei aber weder zeitlich noch räumlich dauerhafte Exklusivrechte eingeräumt werden.

Schoesch ist parteipolitisch ungebunden, aber politisch nicht neutral. Damit die politischen Freiräume erhalten bleiben, werden an alle Parteien Räumlichkeiten zu gleichen und transparenten Bedingungen vergeben. Parteien, deren politische Ziele den Zielen des Zentrums entgegenstehen, können keine Räume im Schoesch mieten.

4.00 Gastronomie

Das Cafe/Restaurant (folgend „Schoeler“ genannt) ist mit 76 Plätzen integraler Bestandteil des soziokulturellen Programms und wird von der gGmbH bewirtschaftet und nicht verpachtet. Ein Raum des Schoelers mit max. 40 Plätzen kann z.B. für Hochzeitsgesellschaften, Familien- Weihnachts- Firmenfeiern vermietet werden.

Das Schoeler wird auch als barrierefreier Kommunikationsort geplant, in dem persönliche Gespräche der Besucher*innen Vorrang haben. Musik, Lesungen und Kunstausstellungen werden daher behutsam eingesetzt. Speisen und Getränke werden auch hier moderat kalkuliert, damit jeder das Schoeler aufsuchen kann.

Das Schoeler wird von einem professionellen Team unter Führung einer Köchin/eines Kochs geleitet. Die Küche soll technisch als professionell ausgestattete Restaurantküche eingerichtet werden.

Das Getränke- und Speisenangebot berücksichtigt soziale, politische und ökologische Aspekte und basiert auf regionalen Produkten von Berliner Lebensmittel- und Getränkemanufakturen, aus solidarischer Landwirtschaft im Nahbereich und auf der Überschussproduktion der umliegenden Gartenkolonien. Die Preise werden so kalkuliert, dass auch weniger verdienende Menschen, Arbeitslose und HartzIV-Bezieher Angebote der Gastronomie wahrnehmen können. Es besteht kein Verzehrzwang.

Der Garten des Hauses soll als Nutzgarten so angelegt werden, dass er für das ganze Jahr Gemüse und Kräuter für das Restaurant liefern kann. Zur Förderung der Artenvielfalt werden auch Gemüse und Kräuter angebaut, die wegen ihres unterschiedlichen Wuchses für die Massenvermarktung ungeeignet sind. Dabei sollen Kinder, Jugendliche und Erwachsene in Gestaltung und Pflege ehrenamtlich unter Anleitung eingebunden werden.

Produkte, die in Verdacht stehen, dass sie mit Kinderarbeit und sozialer Ausbeutung erzeugt wurden, sollen auf keinen Fall angeboten werden. Da Wilmersdorf  Fairtrade-Town ist, werden weitestgehend Fairtrade – Produkte verarbeitet.

Passend zu Veranstaltungen wie z.B. Projektwochen, wird das Kulturprogramm mit einem Getränke- und Speisenangebot ergänzt. (z.B. Spanische Woche mit  Sangria und Paella). Für Veranstaltungen im Hause wird ein Catering-Service angeboten.

An warmen Tagen soll in „Schoelers Vorgarten“ ein Straßencafe eröffnen. Neben den Angeboten der Speisekarte, werden u.a. auch Sonderveranstaltungen angeboten, wie zum Beispiel Brunch mit Lesungen oder Musikdarbietungen.

5.00 Organisation

5.01 Gemeinnütziger Verein und  gemeinnützige GmbH

Schoesch steht für einen sozialen und demokratischen Kulturbegriff. Dieser spiegelt sich auch in der Organisation des Zentrums. Träger des Zentrums ist der gemeinnützige eingetragene Verein. Der Verein ist, vertreten durch den Vorstand, Gesellschafter der gemeinnützigen GmbH, deren einzige Geschäftsaufgabe in dem Betreiben des Zentrums liegt. Diese Aufgabe übernimmt die gGmbH in einer möglichst transparenten und demokratischen Struktur, die auch die Belange der Mitarbeiter*innen stets verantwortlich im Auge hat. Schoesch Verein und gGmbH fördern die Mitsprache von Mitarbeiter- und Nutzer*innen am Entwicklungsprozess des Zentrums durch Beteiligung an grundsätzlichen Diskussionen.

5.02 Personal 

Um die räumlichen und programmatischen Möglichkeiten auszuschöpfen ist professionelles Personal unabdingbar. Das Zentrumsteam der gGmbH sollte wie folgt zusammengesetzt werden:

  1. Geschäftsführer*in, auch zuständig für Programmplanung
  2. Programmplaner*in, Schwerpunkt Sonderveranstaltungen, Bürgerinitiativen, Raumvermietung.
  3. Köchin/Koch
  4. Technische Hausmeisterin/technischer Hausmeister
  5. 2 Teilzeitkräfte für Gastronomie.

Die Mitarbeiter sollen unbefristete, sozialversicherungspflichtige Arbeitsverträge erhalten mit der Möglichkeit flexibler Arbeitszeiten. Erfahrungsgemäß können die Wochenstunden anfangs auf 30 Stunden reduziert werden und mit steigenden Erfolg und Besucherzahlen als Vollzeitstellen aufgestockt werden. Die unter 2. aufgeführten Aufgabenschwerpunkte könnten anfangs von der Geschäftsführung übernommen werden. Im Laufe des Betriebs wird erfahrungsgemäß die Erweiterung des Küchenpersonals erfolgen müssen.

6.00 Finanzierung 

6.01 Investitionskosten Bau Bund

  1.  Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit – Barbara Hendricks. Investitionspaket für sozialen Zusammenhalt  u.a für Ausbau von Stadtteilzentren und Bürgerhäuser, um ehrenamtlich Engagierte zu unterstützen, jährlich 200 Mio. Euro
  2. Stadtumbauprogramm Soziale Stadt , jährlich 100 Mio. Euro
  3. Geplant für 2017: Bundesstiftung Soziale Stadt, Förderung von sozialer/kultureller Stadtteilarbeit

6.02. Investitionskosten Bau Land

  1. Im Senats-Haushalt werden Investitionen in Kulturhäuser eingestellt, so Senator Lederer
  2. Lottostiftung
  3. Crowdfunding, Kampagnenplanung mit Orientierungsberatung durch die Landesgruppe Crowdfunding Berlin
  4. Stiftungen, wie Montagstiftung, Wüstenrot  u.v.m

6.03 Projektzuschüsse für Soziokultur

  1. Kulturstiftung des Bundes, Fördersumme bis 50.000 Euro
  2. Kulturförderung des Bundes,  jährlich 35,0 Mio. Euro
  3. Bezirkskulturfond wird laut Senator  Lederer  verdoppelt.
  4. Ein selbstverwalteter Kulturfond für die freie Kulturszene soll eingerichtet werden, so Senator Lederer
  5. Projektfond Kulturelle Bildung wird um 750.000 Euro erhöht, so Senatorin Scheeres und Senator Lederer, auf 2,75 Mio. Euro
  6. Landeshaushalt Berlin, Projektzuschüsse für Soziokulturelle Arbeit
  7. Fond Soziokultur, Projektzuschüsse erstes Halbjahr 2017 –  535.000 Euro

6.04 Aktuelle Finanz- Zahlen aus 2015

  1. Jährlicher Finanzbedarf wird zu 48 % selbst erwirtschaftet durch Eintrittsgelder, Vermietungen, Mitgliedsbeiträgen, Kursgebühren, Spenden und Gastronomieerlöse.
  2. 9 % der erhaltenen Zuschüsse fließen an Steuern (Einkommen-, Umsatz-, Ausländersteuer et cetera) wieder in die öffentlichen Kassen zurück.
  3. 30% ihrer Einnahmen stehen den Zentren für die kontinuierliche Arbeit, d.h. für die sogenannte  institutionelle Förderung zur Verfügung.

7.00 Netzwerke

Das Schoesch würde Mitglied im Netzwerk der Bundesvereinigung Soziokultureller Zentren und damit Teil eines nationalen und internationalen Netzwerkes

  1. Kulturpolitische Gesellschaft, Sitz in Bonn
  2. Deutscher Kulturrat e.V., Sitz in Berlin
  3. Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement, Sitz in Berlin
  4. Bundesakademie für kulturelle Bildung, Sitz in Wolfenbüttel
  5. Verband für sozial-kulturelle Arbeit e.V., Sitz in Berlin
  6. ENCC European Network of Cultural Centres, Dachverband nationaler Kulturverbände und Kulturzentren, Sitz in Brüssel.
  7. Culture Action Europe, Sitz in Brüssel

Soziokulturelle Zentren bieten vielfältige, zeitlich begrenzte Projekte mit den unterschiedlichsten Kooperationspartnern an. Neben staatlichen Einrichtungen gehören dazu Kirchen, Sozialverbände, Parteien, Gewerkschaften, Firmen aus der Kreativwirtschaft, Musik- und Buchverlage u.v.m. Projekte sind ein wichtiger und erfolgreicher Programmbereich. Im Zakk Düsseldorf  laufen z.B. bis zu 20 Projekte, ebenso in den Zentren Pavillon Hannover, Zeche Karl Essen, Alte Feuerwache Köln, Pfefferberg Berlin, um nur einige zu nennen.

8.00 Ausbauplanung 

Als gestalterisches Prinzip für den barrierefreien Innenausbau gilt, den ursprünglichen Charakter der historischen Räume zu erhalten, soweit es das Nutzungskonzept zulässt und die historischen Vorgaben mit moderner Raumgestaltung zu verbinden. Mit diesem Konzept erhielt der Stiftung Denkmalschutz die Baugenehmigung für ihre Ausbauplanung.

Historische Gebäude leben auf durch neue Nutzung, die dann auch veränderte Räume benötigt. Nicht nur die Nutzer selbst profitieren von Umbau und Umnutzung. Sie dienen auch dem Erhalt denkmalgeschützter Bauten. Die wenigsten Denkmäler können mit ihrer ursprünglichen Funktion erhalten werden. Beispiele in Berlin: Reichstag  –  Offizierskasino-heute Fotomuseum – St. Agnes-Kirche –heute Galerie König.

Bei einer zeitgemäßen kulturellen Nutzung des Schoesch sind räumliche Veränderungen auf jeden Fall nötig, für z.B.: Einbau von Aufzug, Toiletten, Küche, von Personalräumen, Veranstaltungsräumen und Bühnentechnik.

Vom Bezirksamt erhielten wir, trotz mehrfacher Bitten, keine Bestands- und Genehmigungsunterlagen. Eine Besichtigung der Räume von KG bis DG wurde uns untersagt. Trotz der fehlenden Unterlagen haben wir eine Vorentwurfsplanung erstellt, die in den wesentlichen Funktionen weitestgehend mit der Baugenehmigung der Stiftung Denkmalschutz identisch ist. Die vom Bezirksamt angegebenen Baukosten von 3 Mio. Euro (einschl. DG) können entsprechend der Nutzfläche als großzügig angenommen werden. Eine seriöse Kostenermittlung kann erst nach Vorliegen der Entwurfs- /Ausführungsplanung und der bauaufsichtlichen Auflagen erstellt werden.

8.01 Raumprogramm

Kellergeschoss                                                                                                                                                            Hausanschluss- und Personalräume, Kühlraum (6,8 m²) und Putzkammer, im westlichen Teil des Kellers, die über die Außentreppe erreicht werden. Den größeren Teil des Kellers haben wir als mögliche Flächenreserve angenommen und bei der Vorentwurfsplanung nicht berücksichtigt, da Kopfhöhe und Zustand der Gewölbe nicht bekannt ist.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Erdgeschoss

Eingangsbereich mit einer Aufzug- und Toilettenanlage, der historischen Treppe, die in die oberen Geschosse führt, einer bestehenden Kellerstiege, einem Cafe/Restaurant ( 76 m²)  mit ca. 75 Sitzplätzen, von dem ein Raum (45 m²) für z.B. Familienfeiern, Hochzeiten und Firmenessen vermietet werden kann, der Küche (21 m²)  und ein Raum für Ausstellungen (35 m²), zur Geschichte vom Schoesch und seiner Umgebung.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Obergeschoss

Studio (59 m²)  für 70 Besucher, mit flexibler Bestuhlung, mobiler Szenenfläche, Künstlergarderobe(11 m²) und Techniklager(7,5 m²), zwei Gruppenräumen(23 und 35 m²), ein Büroraum(21 m²) mit Unisex- Toilette.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dachgeschoss

Veranstaltungsraum (106 m²) für 140 Besucher, mit flexibler Bestuhlung und mobiler Szenenfläche, Künstler(12 m²)- und Besuchergarderobe, Geräte- und Möbellager, ein Gruppenraum/Foyer(21 m²), Toilettenanlage. Das DG kann auch für Konferenzen und Tagungen vermietet werden.                             

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Spitzboden

Blieb wegen fehlender Unterlagen bei der Entwurfsplanung unberücksichtigt. und wurde als mögliche Flächenreserve für technische Gebäudeausstattung angenommen.

9.00 Bürgerinitiative Schoeler-Schlösschen

 Die Initiative gründete sich im Juni 2015 und zählt z.Zt über 1.350 Unterstützer*innen aller Altersklassen. In über 1.400 ehrenamtlichen Stunden wurden die beschriebenen Konzepte und Pläne erstellt, die allen Fraktionen der BVV vorgestellt wurden. Die BI hat eine Homepage eingerichtet und über 15.000 Flyer verteilt und mit Infoständen an 8 Straßenaktionen und -festen teilgenommen. Die BI hat sich zum Ziel gesetzt, 2017 die Zahl der Unterstützer*innen zu verdoppeln. Es wurde eine Satzung für den Trägerverein vorbereitet, der in Kürze.gegründet wird.

10.00 Schlussbemerkung 

Engagierte Bürger*innen sind eine der wertvollsten Ressourcen, die Wilmersdorf hat. In der BI ist vielfältiges Bürgerexpertenwissen vorhanden, bis hin zu kulturpolitischen Erfahrungen in Planung, Finanzierung, Realisierung und Leitung von selbstverwalteten soziokulturellen Zentren. Vertrauen Sie uns – wir können Soziokultur. Sagen Sie Ja zur demokratischen Transformation des Schoeler-Schlösschens:

Vom Sommersitz Berliner Großbürger der Kaiserzeit – zum selbstverwalteten All-Jahreszeiten-Haus der demokratischen Zivilgesellschaft.

 

Berlin, 28.02. 2017

Bürgerinitiative Schoeler-Schlösschen

Rainer Wittek, Sprecher

 

  3 Antworten zu “Die Gesamtkonzeption für das Schoeler-Schlösschen”

  1. Hallo, mich würd emal interessieren warum die Politiker oder Verwalter sich dagegen wehren. Soll der Bürger erst noch Crowdfunding machen? Der Senat stellt Blumenhallten aufs Flugfeld die nicht genehmingungsfähig sind und sperrt sich bei sowas?

    Ich denke als: hier will jemand das Sahnestück am Zugang zum Park auf Teufel komm raus versilbern, oder damit seine Schulden und Versprechen einlösen.

    Tolles Konzept:=))

  2. Sehr geehrte Damen und Herren,

    gibt es eine öffentliche Unterschriftenliste, in die man sich eintragen kann?
    Und wo? Sonst ist das alles witzlos😏
    Mit freundlichen Grüßen
    Luise Glanz

    • Liebe Frau Glanz,
      Sie haben verschieden Möglichkeiten eine Unterstützerunterschrift zu leisten, wie es bisher über 1.400 Mitbürger getan haben.
      1. Wir haben über 15.000 Flyer in die Briefkästen im Umfeld des Schoeler-Schlösschens verteilt, auf denen Sie Ihre Unterschrift leisten können. Da wir noch weitere verteilen, könnte auch Ihr Briefkasten dabei sein.
      2. Den Flyer können Sie aber auch auf unserer Homepage ausdrucken. Den Link finden Sie in der rechten Spalte unter „Sammeln Sie Unterschriften?“
      3. Weiterhin finden Sie da auch einen Link zu einer Petition „Ein Zentrum für Aktion, Kultur und Kommunikation in Berlin-Wilmersdorf“, der Sie zustimmen können.
      4. Vor dem Schoeler-Schlösschen steht ein Schaukasten mit einer Flyer-Box, aus der Sie einen Flyer entnehmen und mit Ihrer Unterschrift uns zukommen lassen können.
      Mit nachbarschaftlichen Grüßen
      Rainer Wittek

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