Bürgerinitiative Schoeler-Schlösschen hat sich gegründet

 

Das Schoeler-Schlösschen

Nach Willen des Bezirksamtes von Charlottenburg-Wilmersdorf soll unter seiner Leitung eine Sozialeinrichtung mit Kulturbeiprogramm im Schoeler-Schlösschen entstehen. „Es soll eine mit Aufgabe des Rathauses Wilmersdorf entstandene Lücke schließen“!
Die Planung wurde unter Ausschluss der Bürger durchgeführt. Nach Abschluss der Raum- und Nutzungskonzepte – es liegen baureife Architektenpläne vor – wurde bei der Lottostiftung ein Antrag auf Gewährung einer Zuwendung für die Umbaukosten von ca. 3 Mio. gestellt.

Erst danach durften die Bürger auf den beiden Treffen „Informations- und Diskussionsveranstaltung“ am 26.11.2014 sowie der „Ideenwerkstatt“ am 04.05.2015 über die Zukunft des Schoeler-Schlösschens diskutieren und ihre Wünsche äußern!

Nach diesen beiden Alibiveranstaltungen hat sich unsere Bürgerinitiative gegründet.Wir lehnen nicht nur das vorgelegte Raum- und Nutzungskonzept ab, sondern auch den undemokratischen Politikstilverlangen Transparenz und „Augenhöhe“ von Politik und Bezirksamt gegenüber den Bürgern.

Bürgerinitiative
für ein selbstverwaltetes Soziokulturelles Zentrum für Wilmersdorf mit unabhängiger Programmgestaltung und Leitung

Da auch der dritte Antrag auf Gewährung einer Zuwendung abgelehnt wurde, steigen die Chancen, ein selbstverwaltetes Soziokulturelles Zentrum zu gründen.

     Wer daran mitarbeiten möchte:
Wir treffen uns jeweils am zweiten Dienstag im Monat um 19:00 Uhr
in der Wilhelmsaue 133 (SMI – Sozialmedizinisches Institut).


Soziokultur. In den 70/80 Jahren haben sich aus der Mitte der Zivilgesellschaft BIs gegründet, die parteiferne, selbstverwaltete Soziokulturelle Zentren mit einer emanzipatorischen und partizipatorischen Programmausrichtung forderten. Sie bezogen sich auf die beiden Protagonisten Hermann Glaser (damaliger Kulturdezernent in Nürnberg) und Hilmar Hoffmann (damaliger Kulturdezernent in Frankfurt), die mit „Kultur für alle, Kultur von allen“ ein erweitertes Kulturverständnis vertraten. Heute gibt es ca. 500 selbstverwaltete Soziokulturelle Zentren, die jährlich von 27 Millionen Menschen besucht werden.

Soziokultur ist eine kulturelle Praxis mit starkem Gesellschaftsbezug (dem Sozium), die alle kulturellen, sozialen und politischen Interessen und Bedürfnisse einer gesell­schaftlichen Gruppe einschließt. Sie ist ausgerichtet auf eine enge Verknüpfung des Alltagslebens der Menschen mit Kunst und Kultur und bietet mehr als eine „reine“ elitäre Kunstförderung, sondern setzt auf die Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingun­gen der Menschen mit künstlerischen und kulturellen Mitteln. Ihr kultureller Wirkungsanspruch reicht folglich in viele Arbeitsbereiche hinein, die nicht im klassischen Sinn zum Kulturbereich gehören, wie Kinder- und Jugendarbeit, Bildung, Soziales, Stadtentwicklung und Umwelt.

Soziokultur umfasst auch weite Bereiche der kulturellen Bildung, insbesondere der kulturellen Kinder- und Jugendbildung, der Kulturpädagogik, der Frauenkultur, der Seniorenarbeit, der Nachbarschaftshilfe etc., die ihren Platz auch gerade in Soziokulturellen Zentren haben. Soziokulturelle Aktivitäten sind vorrangig darauf ausgerichtet, die kreative Selbsttätigkeit möglichst vieler Menschen und breiter Bevölkerungsschichten (unabhängig von ihrer sozialen oder nationalen Herkunft) zu fördern (z.B. durch Bereitstellung von Infrastruktur, Förderung künstlerischer Fähigkeiten, Vermittlung von Kenntnissen, Präsentation von nicht Marktgängigem) und den Zugang zu Kunst und Kultur zu erleichtern (z.B. durch Wohnortnähe, niedrige Eintrittspreise und Abbau von Hemmschwellen). Diesen Zielen fühlen sich selbstverwaltete Soziokulturelle Zentren verpflichtet.

Soziokultur kurzgefasst:

  1. Soziokultur stellt Kultur und Gesellschaft in einen engen Zusammenhang.

  2. Soziokultur ist Kulturpraxis, die auf einen freien Zugang für eine breite NutzerInnenschicht angelegt ist.

  3. Soziokultur geht davon aus, dass jede(r) Kultur hat und diese aktiv mitgestalten kann.

  4. Soziokultur darf nicht auf Kunst eingeengt werden, sondern ist Medium zur Gestaltung einer demokratischen Gesellschaft und politischer Einflussnahme.

  5. Soziokultur ist keine Sozialarbeit, denn sie reduziert sich nicht auf Behebung gesellschaftlicher Defizite.

  6. Soziokultur ist Vielfalt aus Prinzip!

  3 Antworten zu “
Bürgerinitiative Schoeler-Schlösschen hat sich gegründet

  1. Sehr schön übersichtlich und klar geglieder die Webseite Schoelerschloesschen,es macht spass „reinzulesen“.
    Christa-Maria Fernandes

  2. Danke Herr Bernau,

    Sie haben bereits „reagiert“.

    Von nun an kommt keiner mehr am „Wilmersdorfer Schlösschen“ vorbei:

    „Ein scharfes Licht auf die Berliner Denkmalpflege

    Dieser Skandal wirft damit auch ein scharfes Licht auf die Ohnmacht der Berliner Denkmalpflege. Sie ist in Berlin traditionell Teil der Bau- und Stadtplanungsverwaltungen. Die Politiker und ihre Senatsbaudirektoren behaupten seit jeher, dass so die Denkmalpfleger früh in die Neubauplanungen eingebunden und Konflikte vermieden würden. Mag sein. Sicher aber stärkt diese Struktur die Durchsetzungsmacht der Politiker sowie die von großen Institutionen und Investoren wie Siemens.

    Nur deswegen wurden viele Abrisse oder auch die Radikalumbauten etwa der Staatsoper, des Wilmersdorfer Schlösschens, des Bikini-Hauses genehmigt. Sogar das von der Welterbe-Kommission geschützte Pergamon-Museum blieb nicht ausgenommen. Kaum je wurden die „positiven Bescheide“ erteilt, weil es ein Projekt gab, das künstlerisch auch nur ungefähr so bedeutend war wie der Bestand. Immer aber gab es politischen Einfluss bis hin zur direkten Dienstanweisung.“

    Auszug aus:

    http://www.berliner-zeitung.de/meinung/leitartikel-zum-magnus-haus-siemens-skandal-in-berlin-mitte-zeigt-macht-der-investoren,10808020,31052788.html.

  3. Herr Bernau übernehmen Sie !

    Nikolaus Bernau gilt als „meinungsstärkster“ und „streitlustigster“ Architekturkritker Berlins.
    Ihn in seinen Reihen zu wissen, wäre ein Ehre.

    „Türen fliegen, Wände wackeln, Pfosten beben, wenn Nikolaus Bernau sich über irgendeinen architektonischen Unfug erregt, und davon gibt es in unserer Stadt bekanntlich einen erschrecklichen Haufen“
    Zitat Berliner Zeit.

    Genau so Einen braucht die Bürgerinitiative. Um diesem Elend Schoeler-Schlößchen neuen Lebenshauch einzuatmen

    „Ich muß etwas zu diesem Quatsch schreiben“ – „Ich schäume“ (Originalton Bernau)

    Nur zu!

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