Jun 302015
 

12jährige Odyssee des Schoelerschlößchens
auf der Suche nach einem neuen Zweck (2003-2015)
 

Seit 2003 lassen sich drei sehr unterschiedliche Phasen der Planung unterscheiden1:

Stiftung Denkmalschutz
Es begann mit einem mehrjährigen Streit, ob das unbarocke 2. OG abgerissen werden darf. Während die private Stiftung argumentierte, „die mit seiner Verwandlung in ein Heim der Hitler-Jugend verbundene Aufstockung war ein zerstörerischer Eingriff, den wir korrigieren wollen“, hielt sie das Landesdenkmalamt für „ein ungewöhnliches Zeugnis denkmalpflegerischer Praxis der 30er Jahre“ und sah in der beabsichtigten Beseitigung samt Wiederherstellung des barocken Erscheinungsbildes ein „selektives Geschichtsbild“. Die Stiftung erhielt – lange vor Abschluß des Streits – am 13.1.2006 vom Bezirksamt einen Nießbrauchvertrag von mindestens 20 Jahren Laufzeit mit dem Recht, das Haus „entsprechend seinem Zustand im 18. Jahrhundert“ zu restaurieren. Erst nachdem sich Stadtentwicklungssenatorin I. Junge-Reyer (SPD) für den Abriß eingesetzt hatte, gab das Landesdenkmalamt nach, und die Stiftung begann 2009 mit den Bauarbeiten. Richtfest war am 29.1.2010; der Dachstuhl sollte bis zum August 2010 fertig sein und der Innenausbau bis Herbst 2011.
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Jun 262015
 

Die ersten 238 Jahre (1765-2003)

1752 wurde auch in der Wilmersdorfer Dorfstraße (heute Wilhelmsaue) auf Anordnung von König Friedrich II. der kurzlebige Versuch gemacht, auf einer seit dem 30jährigen Krieg wüsten Hofstelle (Wilhelmsaue 126) eine Maulbeerplantage zur Seidenraupenzucht anzulegen, um den teuren Import aus Frankreich zu vermeiden. Nach wenigen Jahren jedoch wurde die Tätigkeit wegen Unwirtschaftlichkeit eingestellt und das ebenerdige Lehm-Fachwerkhaus verkauft. An seiner Stelle entstand 1765 ein Sommersitz , wie er unter wohlhabenden Berlinern seit Mitte des 18. Jahrhunderts in Mode gekommen war (siehe Foto von 1906). Nach vielen anderen Besitzern erwarb 1893 der Augenarzt Prof. Heinrich Schoeler das beträchtliche Grundstück, das sich bis hinunter zum damaligen Wilmersdorfer See (Volkspark) erstreckte und außerdem nach Osten (Richtung Bundesallee). Seitdem heißt das Gebäude Schoelerschlößchen. Weiterlesen »

Jun 182015
 

Gleich dreimal ist das Schoelerschlösschen Thema in der am 18. Juni 2015 öffentlich stattfindenden Bezirksverordnetenversmmlung in Rathaus Charlottenburg-Wilmersdorf:

  1. Gleich am Anfang, in der Einwohnerfragestunde, thematisiert ein Mitglied der Bürgerinitiative Erfahrungen aus dem bisherigen politischen Verfahren im Umgang mit dem Schoeler-Schlößchen und der Beteiligung von Anwohnern und Bürgern. (Worlaut der Anfrage: bitte bis zur 3. Einwohneranfrage“ herunter scrollen.)
  2. Es gibt auch eine 5. Einwohneranfrage (dort herunter scrollen), die allerdings lediglich vorgetragen wird. Eine unmittelbare und öffentliche Beantwortung wird nicht erfolgen, dafür behält man sich den schriftlichem Weg vor.
  3. Ziemlich spät, unter Punkt 10.6., geht es dann um einen Antrag der SPD-Fraktion zu einem Plan B für das Schoelerschloesschen um die erneute Überweisung des Problems in die Ausschüsse.

Interessant an dem Antrag der SPD-Fraktion ist, dass das Scheitern des Bezirksamtsvorhabens explizit erwähnt wird. Leider kommt auch dieser Antrag hinsichtlich der demokratischen Einbeziehung von Anwohnern und Bürgern nicht über die Anregung einer Diskussion „mit interessierten Bürgerinnen und Bürgern in einer Einwohnerversammlung“ hinaus. Von „frühzeitiger“ Einbeziehung ist hier nicht einmal mehr die Rede…

Ziehen Sie selbst Ihre Schlussfolgerungen daraus…
Mir scheint, es liegt noch ein langer Weg vor uns.

Jun 172015
 

Von Bürgerinitiativen werden in Berlin seit Jahren verbindliche Beteiligungen an allen politischen Planungsprozessen gefordert. Spätestens nach den Erfahrungen mit Tempelhof wird dieses Thema jetzt auch in den Berliner Parteien diskutiert. So auch in der CDU. Für Stefan Evers, ihren städtebaulichen Sprecher im Abgeordnetenhaus von Berlin, ist das auch klar:

Um gute und breit getragene Planungsergebnisse zu erzielen, müssen Belange der Bürgerinnen und Bürger von Beginn an in das Verfahren eingebracht und ernsthaft berücksichtigt werden.

Aber wie verbindlich sind solche politischen Aussagen gemeint? Was meint „von Beginn an“ und wer bestimmt, was ernsthaft berücksichtigt werden muss?

Nun lud Stefan Evers im Rahmen der Reihe „Für Sie vor Ort – CDU“ zu einer Informations- und Diskussionsveranstaltung am 26.11.2014 in die Auenkirche ein. Es ging um die Zukunft des Schoeler-Schlösschens. Man konnte gespannt sein. Um es jedoch vorab zu sagen: Es lief ab wie immer.
Bauzeichnung
Nach über zwei Jahren Planungszeit wurden die Bürger aus dem Umfeld des Schoeler-Schlösschen eingeladen. Bezirksstadträtin für Bürgerdienste. Weiterbildung, Kultur, Hochbau und Immobilien, Dagmar König stellte ein Programm für eine “optimale soziokulturelle Nutzung” des Schoeler-Schlösschen vor, das aus ihrer Sicht und mit allen Beteiligten(?) als ein inhaltlich und zeitlich abgestimmtes Konzept entwickelt wurde. Baureife Architektenpläne sollten das untermauern. Anträge an die Lottogesellschaft wurden bereits gestellt.

Die Bürger wurden jedoch zu keiner Zeit gefragt – geschweige denn beteiligt. So geht auch das Konzept vollständig an der Lebenswirklichkeit und den Wünschen der dort wohnenden Bürger vorbei, was auch die kritischen Beiträge der Anwesenden Weiterlesen »

Jun 142015
 

12 Jahre steht die langjährige Kita Schoelerschlößchen in der Wilhelmsaue, bis auf eine kurze Zwischennutzung, nun schon leer. Dacherneuerung und Fassadensanierung wurden durchgeführt, jedoch die Innenräume befinden sich in beklagenswertem Zustand, wie man so hört. Zusammen mit dem ebenfalls beseitigten Wilmersdorfer Rathaus ist dies ein Paradebeispiel für die planlose Tätigkeit des Bezirksamtes, zu Lasten der Bürger sparen zu wollen und dabei Löcher aufzureißen, die man dann mit anderen Löchern zu stopfen versucht1 – konkret: die Absicht der Baustadträtin, im Schoelerschlößchen einen Teilersatz für das Rathaus einzurichten. Dafür wollte sie 2,669 Mio. € von der Lottostiftung. Eigenes Geld war nicht mehr vorhanden – auch hier der Zusammenhang mit dem beseitigten Rathaus, mit dem man doch eigentlich Geld sparen wollte –, denn:

„Leider war es nicht mehr möglich, entsprechende Mittel zur Gebäudesanierung in den Haushalt einzustellen, zumal auch in 2014 nahezu alle verfügbaren Mittel für die mit der Aufgabe des Rathauses Wilmersdorf verbundenen Umzüge und Umbauten verplant waren.“2

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Jun 022015
 

Das Schoeler-Schlösschen
Nach Willen des Bezirksamtes von Charlottenburg-Wilmersdorf soll unter seiner Leitung eine Sozialeinrichtung mit Kulturbeiprogramm im Schoeler-Schlösschen entstehen. „Es soll eine mit Aufgabe des Rathauses Wilmersdorf entstandene Lücke schließen“!
Die Planung wurde unter Ausschluss der Bürger durchgeführt. Nach Abschluss der Raum- und Nutzungskonzepte – es liegen baureife Architektenpläne vor – wurde bei der Lottostiftung ein Antrag auf Gewährung einer Zuwendung für die Umbaukosten von ca. 3 Mio. gestellt.

Erst danach durften die Bürger auf den beiden Treffen „Informations- und Diskussionsveranstaltung“ am 26.11.2014 sowie der „Ideenwerkstatt“ am 04.05.2015 über die Zukunft des Schoeler-Schlösschens diskutieren und ihre Wünsche äußern!

Nach diesen beiden Alibiveranstaltungen hat sich unsere Bürgerinitiative gegründet.

Wir lehnen nicht nur das vorgelegte Raum- und Nutzungskonzept ab, sondern auch den undemokratischen Politikstil und verlangen Transparenz und „Augenhöhe“ von Politik und Bezirksamt gegenüber den Bürgern.

Bürgerinitiative
für ein selbstverwaltetes Soziokulturelles Zentrum für Wilmersdorf
mit unabhängiger Programmgestaltung und Leitung

Da auch der dritte Antrag auf Gewährung einer Zuwendung abgelehnt wurde, steigen die Chancen, ein selbstverwaltetes Soziokulturelles Zentrum zu gründen.

Wer daran mitarbeiten möchte:
Wir treffen uns jeweils am zweiten Dienstag im Monat um 19:00 Uhr
in der Wilhelmsaue 133 (SMI – Sozialmedizinisches Institut).

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