Dez 292017
 

 

 

Tom – Cartoonist der taz

 

Liebe Unterstützerinnen, liebe Unterstützer,

jetzt engagiert sich unsere BI seit über 2,5 Jahren für die Durchsetzung eines selbstverwalteten soziokulturellen Zentrums im seit 12 Jahren leerstehenden Schoeler-Schlösschen.

Die ersten 1,5 Jahre haben wir genutzt, um der Öffentlichkeit und allen Fraktionen der BVV unsere detaillierte Konzeption vorzustellen. Diese Zeit war auch geprägt von einer Kulturverwaltung unter Leitung von Dagmar König(CDU), die Gespräche über  unsere kulturpolitischen Vorstellungen  „Kultur  für alle und von allen“, in Selbstverwaltung der Bürger*innen, kategorisch ablehnte und uns jegliche Unterstützung verweigerte.

Mit der Übernahme der Kulturverwaltung durch Bezirksstadträtin Heike Schmitt-Schmelz (SPD) Anfang 2016, erwarteten wir endlich Unterstützung für unser Projekt, zumal sie ja einer Partei angehört, die über 500 selbstverwaltete Kulturzentren in Deutschland, oft mit den Grünen oder der FDP, auch finanziell, durchgesetzt hat. Nach einigen Gesprächen wurde klar, dass unsere BI nicht mit Unterstützung der Verwaltung rechnen konnte, obwohl in der Zählgemeinschaftsvereinbarung zwischen SPD und B90/Die Grünen vereinbart wurde:

 „ Für das Schoeler-Schlösschen soll mit Beteiligung der Bürger*innen das Konzept weiter ausgearbeitet werden.“

Wer jetzt annahm, dass mit diesem Versprechen die politische Klasse endlich die in allen Parteiprogrammen versprochene Bürgerbeteiligung im Rahmen eines partizipativen Realisierungsprozesses, auch in Char.-Wilm., einleitet, wurde wieder ent(ge)täuscht.

Mangels Kompetenz sah sich die Kulturausschuss-Sitzung im März nicht in der Lage zu einer kulturpolitischen Diskussion über unsere Konzeption und gründete eine Arbeitsgruppe, die in geheimen Sitzungen über unsere BI und in der Öffentlichkeit nicht bekannten Mitbewerbern befindet.

Die AG schlägt in einem geheimen Papier ein „Interessenbekundungsverfahren“ vor, bei dem sich jeder bewerben kann, der die Bedingungen erfüllt. Die werden vorsorglich so formuliert, dass  existenzielle Programmangebote eines selbstverwalteten Kulturzentrum ausgeschlossen sind.

So wird eine ehrenamtliche Bürgerinitiative, die ein öffentliches Interesse vertritt, gegen professionelle (parteinahe) Organisationen oder andere solvente Bewerber ausgespielt. Eine Jury aus Politiker*innen der BVV entscheiden dann zum zweiten Mal an den Bürger*innen vorbei, über die Nutzung des Schoeler-Schlösschens.

Entgegen der bisherigen Signale aus Politik und Verwaltung sind wir der festen Überzeugung, dass unsere BI, die Willen und verbindliche Mitbestimmung der Bürger*innen in den Mittelpunkt ihres Engagement stellt, die richtige  Konzeption  für das Schoeler-Schlösschen darstellt.  Basierend auf einer fortschrittlichen und partizipativen Kulturpolitik, ist sie Grundlage der Urbanität für Wilmersdorf und darüber hinaus.

In 2018 wird über die Zukunft des Schoeler-Schlösschens entschieden. Deshalb werden wir den Kontakt zu Politik und Verwaltung, auch über den Bezirk hinaus, intensivieren wie auch die Öffentlichkeitsarbeit, z.B. mit kreativen Aktionen wie die erfolgreiche Menschenkette.

Baumschmuckaktion 18.12.17

Wenn wir die bisher 2.500  Unterschriften verdoppeln könnten, hätten unsere Argumente eine größere „Überzeugungskraft“ bei den Entscheidern. Deshalb die eindringliche Bitte an  Sie/Euch, für unser Projekt weitere Unterschriften einzuwerben.

Zu guter Letzt wünsche ich allen Unterstützer*innen einen harmonischen Übergang ins neue Jahr, verbunden mit der Hoffnung auf ein friedlicheres und bürgerfreundlicheres 2018

Mit nachbarschaftlichen Grüßen

Rainer Wittek

Sprecher der 2.500

Auch ehrenamtliches Engagement verursacht Kosten. Deshalb sind wir für jede Spende dankbar. Unser Konto:

BI Schoeler-Schlösschen – Wittek, Rainer

GLS Gemeinschaftsbank e.G.

IBAN: DE19 4306 0967 1116 5214 01

BIC: GENODEM1GLS

 

Dez 072017
 

Liebe Unterstützerinnen und  Unterstützer – und die es noch werden wollen, 

am 17. September  haben über 200 Wilmersdorfer*innen das Schoeler-Schlösschen umzingelt und laut und deutlich ein selbstverwaltetes soziokulturelles Kulturzentrum in Bürgerhand gefordert. Immer wieder  schallte es durch die Wilhelmsaue „wir wollen da rein.“ Dabei fordert die Initiative mit ca. 2.500 Unterstützer*innen die Einhaltung des Versprechens, wie es in der Zählgemeinschaftsvereinbarung zwischen SPD und Grünen eindeutig formuliert wurde:

 „Für das Schoeler-Schlösschen soll mit Beteiligung der Bürger*innen das Konzept weiter ausgearbeitet werden.“

Das von der BVV eingeleitete, völlig intransparente Vorgehen zeigt, dass man dieses Versprechen nicht einlösen will und somit weiteres Vertrauen bei den Bürger*innen verspielt. Es wird ein Verfahren  der Bundeshaushaltsordnung mit dem schönen Namen „Interessenbekundungsverfahren“ vorbereitet, das über eine Markterhebung prüfen soll, ob es nicht wirtschaftlicher (?)  ist, eine staatliche (kulturpolitische!) Leistung durch private Anbieter erbringen zu lassen.  Die Mitwirkung der Zivilgesellschaft, insbesondere der Anwohner*innen, ist nicht vorgesehen.

Der  beliebte Kiezspaziergang führt diesmal auch zum Schoeler-Schlösschen. Wir wollen dem Vize-Bürgermeister (CDU) und den Spaziergängern durch unsere zahlreiche Anwesenheit bekunden, dass das Schoeler-Schlösschen ein Haus in Bürgerhand werden muss und nicht eine Einrichtung irgend eines bisher nicht bekannten solventen „Interessenbekunders“,

Wir treffen uns um am Samstag, 9. Dezember, 15 Uhr vor dem Schoeler-Schlösschen,

um die Kiezspazierer zu empfangen. Wir bitten Euch, bringt  eine Trillerpfeife mit, oder was sonst noch  Krach macht.

Bis dahin mit nachbarschaftlichen Grüßen

Rainer Wittek

Sprecher der  2.500

„Kiezspaziergang“ Am südöstlichen Eingang des U-Bahnhofs Berliner Straße startet am 9. Dezember, um 14 Uhr der nächste „Kiezspaziergang“ des Bezirksamts, den diesmal Vize-Bürgermeister Carsten Engelmann (CDU) leitet. Route: Prinzregentenstraße zur Musikschule, an Kleingärten und der Jugendverkehrsschule vorbei, über Bundesallee zum Pflegestützpunkt Wilmersdorf und zum Seniorenzentrum Werner Bockelmann sowie zum alten Schoeler-Schlösschen in der Wilhelmsaue und endet an der Schwedischen Kirche in der Landhausstraße.

 

Sep 202017
 

 klang es aus über 200 Kehlen von Kindern, Eltern und Großeltern nach der Menschenkette um das Schoeler-Schlösschen am 17.9.2017.

Ein Videoschnipsel von der Menschenkette

 Ein lauter Ruf an die Politik das zivilgesellschaftliche Engagement der Bürger*innen ernst zu nehmen, denen die urbane Entwicklung ihres Bezirkes nicht egal ist und die Verantwortung für ihr Lebensumfeld übernehmen wollen.  Seit zwei Jahren  engagieren sich bisher über 2.200  Wilmersdorfer*innen dafür,  dass im Schoeler-Schlösschen ein Kulturzentrum in eigener Trägerschaft und unabhängiger Programmgestaltung entsteht. Wir erwarten von der Politik, dass Sie nicht wieder  Entscheidungen an den Bürger*innen vorbei treffen. Wir verlangen  einen partizipativen Politikstil, in dem ein transparenter Diskurs mit dem Souverän  selbstverständlich wird.

Umzingelung – Kette geschlossen

Gruppenbild der Unterstützer*innen

 

 

 

 

Jul 312017
 

Sie zählt zu den bedeutendsten deutschen Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts. Sie hat über 50 Jahre in Berlin Prenzlauer Berg gelebt und gearbeitet. Trotzdem lehnte das Land das Angebot der Nachfahren dankend ab, den Nachlass der Künstlerin zu übernehmen! Es musste also eine private Lösung her, damit das Werk der großen Künstlerin Berlin erhalten bleibt.In den Räumen der Stiftung Bernd Schultz auf der Fasanenstraße  fand  die Kollwitzsammlung des Kunsthändlers Pels-Leusden auf einer Fläche von ca. 900 qm seit 1986 ihre museale Heimat, aus der sie jetzt vertrieben werden soll.

Die geringe Wertschätzung des Landes Berlin gegenüber dem Werk von Käthe Kollwitz, eine unfassbare kulturpolitische  Entscheidung, setzt sich jedoch heute fort. Der kulturpolitische Sprecher der CDU schlägt als neues Domizil das Schoeler-Schlösschen vor, das barocke Landhaus in Wilmersdorf, in dem max. 440 qm Ausstellungs- und Archivfläche hergestellt werden könnten, die die z.Zt. ausgestellten 120  Exponate aufnehmen müsste  an Wandflächen, die alle 2 m von einem Fenster unterbrochen werden. Die Raumhöhen im Schoeler-Schlösschen von 2,45 bis 3,70 m würden durch die notwendige Klimatechnik weiter reduziert. Die Raumhöhen der Fasanenstr, liegen bei 4 bis 7 m.

Geringe Raumhöhe, alle 2 m ein Fenster

Angesichts dieser Fakten kann dieser Vorschlag aus museumstechnischer Sicht als völlig ungeeignet abgetan werden. Aber er hat  auch eine höchst bürgerfeindliche Absicht. Der Vorschlag und damit das Werk von Käthe Kollwitz, wird von der CDU dazu missbraucht, ein von über 2.000 Bürger*innen gefordertes selbstverwaltetes Soziokulturelles Zentrum im Schoeler-Schlösschen zu verhindern, was ihr bei über 500 dieser Zentren in Deutschland nicht gelang. Weiterlesen »

Mrz 072017
 

Ein selbstverwaltetes soziokulturelles Zentrum für Wilmersdorf im Schoeler-Schlösschen 

Präambel                                                                                                                                                                                        Anfang der 70er Jahre gründeten sich überall im Lande Bürgerinitiativen, die dafür eintraten, dass die Beschäftigung mit kulturellen Werten nicht mehr an bestimmte gesellschaftliche Schichten geknüpft sein darf. Durch Einschluss der Vielfalt ethnischer Kulturen, ebenso das Neben- und Miteinander aller Genres und Disziplinen, entwickelte sich ein Kulturverständnis, das breiten Bevölkerungsschichten die aktive Teilhabe am kulturellen und politischen Leben ermöglichte. Durch die anfangs ablehnende Haltung von Politik und Verwaltung gegenüber dieser Bürgerbewegung, entschlossen sich einige Initiativen leerstehende Gebäude zu besetzen, um selbstbestimmt ihre Vorstellung von Kultur zu realisieren. (u.a.Pavillon Hannover, Alte Feuerwache Köln, ufaFabrik Berlin).

Mit den Kulturdezernenten Hilmar Hoffmann (Frankfurt a/M) und Hermann Glaser (Nürnberg) wurde 1976 die Kulturpolitische Gesellschaft (KuPoGe) gegründet, die die Forderungen dieser zivilgesellschaftlichen Bewegung aufnahm und einen erweiterten Kulturbegriff propagierten. Mit dem Slogan „Kultur für alle“ begründeten sie mit dem Begriff  –Soziokultur-  eine „Neue Kulturpolitik“. Als Gegenentwurf zu der konsum- und unterhaltungsorientierten Hochkultur, die für eine kleine Elite mit unpolitischem Kulturverständnis bereitgestellt wurde und 99,5% der Kommunalen Kulturhaushalte verschlang.

In den meist sozialdemokratisch geführten Ländern wurden Haushaltsmittel für Bau und Betrieb selbstverwalteter soziokultureller Zentren bereitgestellt. Zwischen den zivilgesellschaftlichen Initiativen und der Politik entstand zum ersten mal eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe bei Planung und Realisierung der Zentren. Die Hausbesetzungen wurden legalisiert und die Gebäude zu soziokulturellen Zentren ausgebaut und somit den Verwertungsinteressen der Immobilienwirtschaft entzogen, zu Gunsten einer kulturellen Stadtentwicklung. Weiterlesen »

Feb 022017
 

10 Jahre Dilettanten-Kulturpolitik sollen in Berlin zu Ende gehen. Wurde Kulturpolitik als Orchideenthema abgetan, das der Bürgermeister so neben her von einem Staatssekretär erledigen ließ, so soll sich das jetzt ändern mit der Wahl von Klaus Lederer von den Linken zum Kultursenator. Berlin pumpte viel Steuergeld in die repräsentativen „Leuchttürme“ und plante vergeblich Kunsthallen, Landesbibliotheken und Festivals oder gibt mal eben fast eine halbe Milliarde für die Sanierung einer Oper aus. Der freien Kulturszene mit ihren über 10.000 Künstler*innen blieben da nur Brosamen. Wegen zu geringer Haushaltsmittel sind die bezirklichen Kulturverwaltungen bemüht, den unzulänglichen Bestand lediglich zu erhalten.
Exemplarisch für diese verfehlte Politik ist der Umgang mit der BI Schoeler Schlösschen, die sich seit anderthalb Jahren mit über 1.300 Bürger*innen dafür engagiert, diese Situation in Wilmersdorf zu beenden und „Kultur für alle“ in einem selbstverwalteten Soziokulturellen Zentrum Schoeler-Schlösschen zu realisieren. Das stieß auf erheblichen Widerstand der Kulturverwaltung und der Grünen, nach dem Motto, wir sind nur offen für Bürgerinitiativen, die uns nahe stehen. Der unzeitgemäße Umgang mit zivilgesellschaftlichen Akteuren wie mit Querulanten muss umgehend beendet werden, sonst wird die Zustimmung zu den regierenden Parteien weiter abnehmen.

Schoeler-Schlösschen, Foto BI

Lederers starke Sprüche

Aber jetzt geht es voran. Klaus Lederer hat auch schon ein paar starke Sprüche rausgehauen: „Wir wollen die Stadt den Menschen zurückgeben, die hier wohnen. Dazu gehört auch eine intensive Bürgerbeteiligung! Wir wollen die Bürger als Partner begreifen!” Wenn die erstarkte Fraktion der Linken in der BVV Charlottenburg-Wilmersdorf dies als Grundlage für Ihre Tolerierung beherzigt, lässt sich auch die Zählgemeinschaft Rot Grün überzeugen. Die Verdoppelung der Mittel der Bezirkskulturfonds, die bezirkliche kulturelle Infrastruktur verbessern, Investitionen in Kulturhäuser der freien Szene und einen selbstverwalteten (!) Kulturfond u.v.m. Versprechen aus dem Wahlprogramm der Linken. Maßnahmen, die von unserer BI seit Langem gefordert werden. Weiterlesen »

Jan 012017
 

Neuer Kultursenator – neue Kulturpolitik ?

Die Geschichte und Kultur Berlins ist im starken Maße durch Zuwanderung geprägt. Es ist an der Zeit, dies in einem angemessenen Rahmen darzustellen und offensiv zu vertreten.  Für Berliner Kulturpolitik gilt vorrangig, die vielfältigen Facetten von Migration (und Vertreibung), sowie die daraus resultierende Dynamik und Veränderung der Stadtgesellschaft für eine breite Öffentlichkeit erlebbar zu machen.

Homogenität und biologische „Reinheit“ der Kultur ist eine Ausgrenzungsstrategie der Nationalisten und Populisten gegenüber Andersdenkenden. Kultur wird instrumentalisiert für die soziale Abgrenzung der Klassen und Schichten und dient als ein Propagandaelement der Herrschaftssicherung.

In einer demokratisch verfassten Gesellschaft gilt das Prinzip „Vielfalt“. Wenn Kulturpolitik als Demokratiepolitik verstanden wird, ist Pluralismus oberstes Staatsziel und nicht eine einheitliche „Leitkultur“, wie es CDU/CSU und AfD fordern. Kulturen sind immer das Ergebnis gegenseitigen Austauschs unterschiedlichster Lebens- und Ausdrucksformen.

Es ist das Privileg einer demokratischen Gesellschaft, dass Menschen mit und ohne Migrationshintergrund gleichberechtigt Anspruch haben auf Alternativen für ihre Lebensgestaltung. Es geht dabei um die Verwirklichung eines Weltbilds, in dem die Werte Gleichheit und Freiheit und die Idee einer radikalen Demokratie (auch im wirtschaftlichen Sinne) im Vordergrund fortschrittlicher Kulturpolitik steht und nicht ein normiertes Deutschtum. Weiterlesen »

Jul 022017
 

Die Linken hatten am 30.Juni ins Rathaus eingeladen. Im BVV-Saal trugen über 30 Initiativenvertreter*innen ihre Konzepte, Anliegen und Auseinandersetzungen mit Politik und Verwaltung vor. Durch alle Beitrage zog sich wie ein roter Faden die Kritik an fehlender Bereitschaft von Politik und Verwaltung, die betroffenen Bürger frühzeitig und verbindlich in politische Entscheidungsprozesse einzubinden, wie es in allen Wahlprogrammen versprochen wird. „Machen wir uns nichts vor, man hört uns gerne zu, hat ja den Anschein von Bürgernähe, das war’s dann auch, denn in diesen Strukturen sind Mitspracherechte der Bürger*innen nicht vorgesehen, wir haben da nichts zu sagen“. So drückte es eine Initiativenvertreterin aus und beschrieb damit wohl die Erfahrung der meisten Anwesenden. Weiterlesen »

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