Mrz 072017
 

Ein selbstverwaltetes soziokulturelles Zentrum für Wilmersdorf im Schoeler-Schlösschen 

Präambel                                                                                                                                                                                        Anfang der 70er Jahre gründeten sich überall im Lande Bürgerinitiativen, die dafür eintraten, dass die Beschäftigung mit kulturellen Werten nicht mehr an bestimmte gesellschaftliche Schichten geknüpft sein darf. Durch Einschluss der Vielfalt ethnischer Kulturen, ebenso das Neben- und Miteinander aller Genres und Disziplinen, entwickelte sich ein Kulturverständnis, das breiten Bevölkerungsschichten die aktive Teilhabe am kulturellen und politischen Leben ermöglichte. Durch die anfangs ablehnende Haltung von Politik und Verwaltung gegenüber dieser Bürgerbewegung, entschlossen sich einige Initiativen leerstehende Gebäude zu besetzen, um selbstbestimmt ihre Vorstellung von Kultur zu realisieren. (u.a.Pavillon Hannover, Alte Feuerwache Köln, ufaFabrik Berlin).

Mit den Kulturdezernenten Hilmar Hoffmann (Frankfurt a/M) und Hermann Glaser (Nürnberg) wurde 1976 die Kulturpolitische Gesellschaft (KuPoGe) gegründet, die die Forderungen dieser zivilgesellschaftlichen Bewegung aufnahm und einen erweiterten Kulturbegriff propagierten. Mit dem Slogan „Kultur für alle“ begründeten sie mit dem Begriff  –Soziokultur-  eine „Neue Kulturpolitik“. Als Gegenentwurf zu der konsum- und unterhaltungsorientierten Hochkultur, die für eine kleine Elite mit unpolitischem Kulturverständnis bereitgestellt wurde und 99,5% der Kommunalen Kulturhaushalte verschlang.

In den meist sozialdemokratisch geführten Ländern wurden Haushaltsmittel für Bau und Betrieb selbstverwalteter soziokultureller Zentren bereitgestellt. Zwischen den zivilgesellschaftlichen Initiativen und der Politik entstand zum ersten mal eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe bei Planung und Realisierung der Zentren. Die Hausbesetzungen wurden legalisiert und die Gebäude zu soziokulturellen Zentren ausgebaut und somit den Verwertungsinteressen der Immobilienwirtschaft entzogen, zu Gunsten einer kulturellen Stadtentwicklung. Weiterlesen »

Feb 022017
 

10 Jahre Dilettanten-Kulturpolitik sollen in Berlin zu Ende gehen. Wurde Kulturpolitik als Orchideenthema abgetan, das der Bürgermeister so neben her von einem Staatssekretär erledigen ließ, so soll sich das jetzt ändern mit der Wahl von Klaus Lederer von den Linken zum Kultursenator. Berlin pumpte viel Steuergeld in die repräsentativen „Leuchttürme“ und plante vergeblich Kunsthallen, Landesbibliotheken und Festivals oder gibt mal eben fast eine halbe Milliarde für die Sanierung einer Oper aus. Der freien Kulturszene mit ihren über 10.000 Künstler*innen blieben da nur Brosamen. Wegen zu geringer Haushaltsmittel sind die bezirklichen Kulturverwaltungen bemüht, den unzulänglichen Bestand lediglich zu erhalten.
Exemplarisch für diese verfehlte Politik ist der Umgang mit der BI Schoeler Schlösschen, die sich seit anderthalb Jahren mit über 1.300 Bürger*innen dafür engagiert, diese Situation in Wilmersdorf zu beenden und „Kultur für alle“ in einem selbstverwalteten Soziokulturellen Zentrum Schoeler-Schlösschen zu realisieren. Das stieß auf erheblichen Widerstand der Kulturverwaltung und der Grünen, nach dem Motto, wir sind nur offen für Bürgerinitiativen, die uns nahe stehen. Der unzeitgemäße Umgang mit zivilgesellschaftlichen Akteuren wie mit Querulanten muss umgehend beendet werden, sonst wird die Zustimmung zu den regierenden Parteien weiter abnehmen.

Schoeler-Schlösschen, Foto BI

Lederers starke Sprüche

Aber jetzt geht es voran. Klaus Lederer hat auch schon ein paar starke Sprüche rausgehauen: „Wir wollen die Stadt den Menschen zurückgeben, die hier wohnen. Dazu gehört auch eine intensive Bürgerbeteiligung! Wir wollen die Bürger als Partner begreifen!” Wenn die erstarkte Fraktion der Linken in der BVV Charlottenburg-Wilmersdorf dies als Grundlage für Ihre Tolerierung beherzigt, lässt sich auch die Zählgemeinschaft Rot Grün überzeugen. Die Verdoppelung der Mittel der Bezirkskulturfonds, die bezirkliche kulturelle Infrastruktur verbessern, Investitionen in Kulturhäuser der freien Szene und einen selbstverwalteten (!) Kulturfond u.v.m. Versprechen aus dem Wahlprogramm der Linken. Maßnahmen, die von unserer BI seit Langem gefordert werden. Weiterlesen »

Jan 012017
 

Neuer Kultursenator – neue Kulturpolitik ?

Die Geschichte und Kultur Berlins ist im starken Maße durch Zuwanderung geprägt. Es ist an der Zeit, dies in einem angemessenen Rahmen darzustellen und offensiv zu vertreten.  Für Berliner Kulturpolitik gilt vorrangig, die vielfältigen Facetten von Migration (und Vertreibung), sowie die daraus resultierende Dynamik und Veränderung der Stadtgesellschaft für eine breite Öffentlichkeit erlebbar zu machen.

Homogenität und biologische „Reinheit“ der Kultur ist eine Ausgrenzungsstrategie der Nationalisten und Populisten gegenüber Andersdenkenden. Kultur wird instrumentalisiert für die soziale Abgrenzung der Klassen und Schichten und dient als ein Propagandaelement der Herrschaftssicherung.

In einer demokratisch verfassten Gesellschaft gilt das Prinzip „Vielfalt“. Wenn Kulturpolitik als Demokratiepolitik verstanden wird, ist Pluralismus oberstes Staatsziel und nicht eine einheitliche „Leitkultur“, wie es CDU/CSU und AfD fordern. Kulturen sind immer das Ergebnis gegenseitigen Austauschs unterschiedlichster Lebens- und Ausdrucksformen.

Es ist das Privileg einer demokratischen Gesellschaft, dass Menschen mit und ohne Migrationshintergrund gleichberechtigt Anspruch haben auf Alternativen für ihre Lebensgestaltung. Es geht dabei um die Verwirklichung eines Weltbilds, in dem die Werte Gleichheit und Freiheit und die Idee einer radikalen Demokratie (auch im wirtschaftlichen Sinne) im Vordergrund fortschrittlicher Kulturpolitik steht und nicht ein normiertes Deutschtum. Weiterlesen »

Okt 312016
 

Was so in  selbstverwalteten Soziokulturellen Zentren passiert

Hier: Zakk (Zentrum für Aktion, Kultur und Kommunikation) in Düsseldorf

zakk3

 

 

Mitgliederrundbrief

 

Liebe(r) Rainer,

 

es läuft doch rund in Düsseldorf, Fortuna hat die letzten Spiele gewonnen (ok, den DFB-Pokal lassen wir mal außen vor!) und steht momentan solide im Mittelfeld, wer hätte das nach der letzten Saison gedacht?

Auch beim zakk läuft es gut, und da spielen wir nicht im Mittelfeld mit!

Im Laufe dieses Jahres haben wir bereits den „Literaturtaler NRW“ gewonnen sowie die Spielstättenförderung des Landes NRW für ein herausragendes Live-Musikprogramm.

Bereits zum 2. Mal wird uns der Düsseldorfer Integrationspreis verliehen für das Projekt „No Border“. Und am 27. Oktober wurde zakk mit dem Preis „Kinder- und Jugendkulturland NRW“ für die  „Poesiepause” geehrt. Weiterlesen »

Mrz 212017
 

Regelmäßiges Treffen der Bürgerinitiative am jeweils dritten Dienstag eines Monats von 19 bis 21 Uhr,  im SPD Wahlkreisbüro von Franziska Becker (MdA) in der Fechnerstraße 6A, 10717 Berlin-Wilmersdorf.

Tagesordnung folgt

SPD Wahlkreisbüro  

 

Dez 162016
 

Sehr geehrte Unterstützerinnen und Unterstützer und die es noch werden wollen,

das Jahr 2016 war von der Auseinandersetzung mit der Bezirksverwaltung geprägt, die ein selbstverwaltetes  Kulturzentrum in Wilmersdorf kategorisch ablehnte, obwohl Sie und weitere 1.300 Mitbürgerinnen und Mitbürger mit ihrer Unterschrift dokumentiert haben, dass sie ein selbstverwaltetes soziokulturelles Zentrum im Schoeler-Schlösschen durchsetzen wollen.

Mit der neuen Bezirksstadträtin Heike Schmitt-Schmelz (SPD), eine Unterstützerin unserer BI, u.a. verantwortlich für Kultur und dem neuen Bezirksstadtrat Oliver Schruoffeneger (B90/Die Grünen), u.a. verantwortlich für Bau, hoffen wir auf Partner in der Verwaltung, die offen sind für eine neue Beteiligungskultur und auf Augenhöhe mit Anwohnerinnen und Anwohnern die Ziele der BI realisieren wollen.

Im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit von Barbara Hendricks (SPD) konnten wir unsere Planungen vorstellen. Die Referatsleitung erläuterte, dass für Bürgerprojekte in den Bezirken Investitionskosten von jährlich 300 Mio. Euro zur Verfügung stehen, woraus die Baukosten von drei Mio. Euro für den Innenausbau des Schoeler-Schlösschens auf Antrag des Bezirks/Landes finanziert werden könnten. Weiterlesen »

Nov 192016
 

Sehr geehrte Unterstützerinnen und Unterstützter,  

das Bohren dicker Bretter hat dieses Jahr das  ehrenamtliche Engagement unserer BI bestimmt. Wir haben berechtigte Hoffnung, dass die Bretter dünner werden und wir im nächsten Jahr unsere Energie und Kreativität für die Realisierung des selbstverwalteten Soziokulturellen Zentrums Schoeler-Schlösschen einsetzen können. Das erwarten auch bisher  über 1.300 Bürger, die uns dafür Ihre Unterschrift gegeben haben.

Mit den neuen Bezirksstadträten Heike Schmitt-Schmelz (SPD),  u.a. verantwortlich für Kultur und Oliver Schruoffeneger (B90/Grüne), u.a. verantwortlich für Bau, hoffen wir auf Partner in der Verwaltung, die sich für  die Realisierung der Ziele unserer BI einsetzen werden.  

Für  Öffentlichkeitsarbeit, Infostände, Flyerdruck, Infobriefe, Homepage – eben für alles, was so anfällt bei den Aktivitäten einer ehrenamtlichen  Bürgerinitiative,  bitten wir um eine  Spende. Wir  sind für jeden Cent dankbar.

Unsere Kontodaten: 

BI Schoeler-Schlösschen – Wittek, Rainer

GLS Gemeinschaftsbank eG

IBAN:  DE19  4306  0967  1116  5214  01

BIC:  GENODEM1GLS

 

Vom Sommerhaus Berliner Großbürger der Kaiserzeit – zum All-Jahreszeiten-Haus der demokratischen Zivilgesellschaft. Natürlich in Selbstverwaltung.

 

 

 

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